86 ſo iſt ſie fortan die rechtmäßige Gemahlin des Grafen von Paris, wenn ſie beſiegt wird, ſo wird ſie die Buh⸗ lerin des Caͤſars Nicephorus Briennes.
Das wolle Gott nicht, noch die Heiligen und Engel! rief Graf Robert. Wenn ſie eine ſolche Verrätherei zugäben, ſo ware es keine Sünde mehr, an ihrer Macht zu zweifeln.
Doch ſcheint es mir keine ſchimpfliche Vorſicht zu ſein, wenn wir, ich mit anderen Freunden, auf den Fall, daß wir deren finden könnten, uns am Tage des Gefechtes in den Schranken zeigten mit dem Schilde am Arm. Der Sieg oder die Niederlage ruhen in den Händen des Schickſals, aber das können wir offenbar ſehen, ob die Gräſin mit jener Unpartheilichkeit behan⸗ delt wird, auf welche jeder ehrbare Kämpfer Anſpruch hat, und welche man wie ihr ſelbſt geſehen, bisweilen in dieſem Griechiſchen Reiche niederträchtig verletzt.
Unter dieſer Bedingung, und unter der Betheurung, daß ich, ſelbſt wenn ich meine Gemahlin in höchſter Gefahr ſähe, nicht die Geſetze eines ehrenvollen Kam⸗ pfes verletzen würde, will ich mich gewiß in die Schranken begeben, tapfrer Sachſe, wenn du mir dazu die Mittel verſchaffen kannſt. Doch warte noch, fuhr der Graf nach einem Augenblicke der Ue⸗ berlegung fort; du mußt mir verſprechen ihr nicht zu ſagen, daß ihr Gemahl beim Kampfe zugegen ſein wird, und beſonders dich hüten, mich ihr unter der Menge der anweſenden Krieger zu zeigen. Du weißt


