82 verſtehen gab, daß ſie Zeuge ſeiner Unterhaltung mit der ſchoͤnen Säͤchſin geweſen waͤre. Sie fügte hinzu, daß dergleichen Zuſammenkünfte in jener Grotte nichts ſehr Ungewoͤhnliches waͤren. Ein Goldſtuͤck, welches aus einer vor kurzem an die treuen Wäringer ge⸗ machten Geldaustheilung herkam, reichte hin um ihr die Zunge zu feſſeln; und nachdem Hereward die Gaͤr⸗ ten des Philoſophen verlaſſen hatte, kehrte er ſo ſchnell als moͤglich zu den Caſernen zuruͤck, denn er dachte daran, daß es hohe Zeit waͤre, fuͤr die Beduͤrf⸗ niſſe des Grafen Robert zu ſorgen, welcher den gan⸗ zen Tag ohne Nahrung zugebracht hatte.
Es iſt ein Spruͤchwort im Volke, daß das Gefuͤhl des Hungers keine ſanfte und angenehme Empfindung erregt, ſondern daß es im Gegentheil die Bewegun⸗ gen des Zornes und der ungeduld ſchaͤrfet und reizt. Es kann daher nicht ſehr verwundern, wenn Graf Robert, welcher ſeit ſo langer Zeit gefaſtet hatte, den Hereward mit uͤbler Laune und Erbitterung em⸗ pfing, welches gewiß der rechtſchaffene Waͤringer nicht verdiente, der an dieſem Tage mehrmals ſein Leben gewagt hatte, um der Graͤfin und dem Grafen ſelbſt nuͤtzlich zu ſeyn.
Nun! mein Herr, ſagte er mit jener Betonung angenommenen Zwanges⸗ wodurch ein Hoͤherer ſei⸗ nen Unwillen mäßigt, indem er ihm einen kalten und verächtlichen Ausdruck gibt, ihr handelt gegen uns wirklich als freigebiger Wirth! Zwar iſt nicht
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