Teil eines Werkes 
5. Theil (1832)
Entstehung
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72 ſieht, ſo ſoll er in ihr die Bertha wiederfinden, welche er in den Waͤldern von Hampton gekannt hat.

Alle Vorſtellungen waren vergeblich: die junge Sächſin blieb unerſchutterlich; und um ihre Entſchloſ⸗ ſenheit zu erſchuͤttern, ſprach die Dame von Aspra⸗ mont endlich davon, ſie aus dem Dienſte ihrer Ge⸗ bieterin zu verabſchieden und ſie aus dem Schloſſe zu ſchicken. Sie aber hatte auch in dieſer Hinſicht ihren Entſchluß gefaßt, und antwortete mit eben ſo viel Feſtigkeit als Ehrerbietung, daß ſie ſich nur mit dem bitterſten Kummer von ihrer jungen Herrin tren⸗ nen wuͤrde; aber daß ſie übrigens lieber unter ih⸗ rem eignen Namen betteln, als den Glauben ihrer Väter verlaͤugnen wollte, welchen ſie als Ketzerey ver⸗ dammen wuͤrde, wenn ſie einen Franzoͤſiſchen Namen annaͤhme. Inzwiſchen trat Brunhilde in das Ge⸗ mach, worin ihre Mutter das Verbannungsurtheil uͤber die junge Säͤchſin ausſprechen wollte.— Meine Gegenwart moge euch nicht abhalten, Madame, ſagte das unerſchrockene Maͤdchen; ich bin ebenſo ſehr an dem Urtheil, das ihr ausſprechen wollt, betheiligt, als Bertha. Wenn ſie als Verbannte uͤber die Zug⸗ bruͤcke des Schloſſes Aspramont geht, ſo werde ich ein Gleiches thun, ſobald ſie ihre Thraͤnen getrocknet hat, welche mein Muthwillen ſelbſt niemals ihren Augen entlocken konnte. Sie wird mir als Knappe und Leibwache dienen, und der Barde Lanzelot, ſoll mir mit meiner Lanze und meinem Schilde folgen.