70 ſit, in Arbeiten mit der Nadel, ſowie in allen Ei⸗ genſchaften, welche damals das Eigenthum der Da⸗ men waren; aber ihre junge Gebieterin Brunhilde behielt für die kriegeriſchen Vergnügungen jenen Ge⸗ ſchmack, welchen ihr Vater mit ſo viel Mißvergnuͤgen ſah, aber der die Beiſtimmung ihrer Mutter erhielt, welche in ihrer Jugend ſelbſt aͤhnliche Einfalle gehabt hatte.
Trotz dem wurden die beiden Gefangenen mit Guͤte behandelt. Brunhilde ſchloß ſich mehr und mehr an die junge Angelſaͤchſin an, welche ſie weniger wegen ihrer geiſtigen Eigenſchaften, als wegen der Thaͤtig⸗ keit liebte, die ſie in allen Uebungsſpielen entwickelte, und die ſie dem freien Zuſtande verdankte, in wel⸗ chem ſie ihre Ingendjahre zugebracht hatte.
Die Dame von Aspramont war ebenfalls voller Guͤte fuͤr die beiden Gefangenen, und doch beging ſie bei einer Gelegenheit in ihrer Hinſicht einen Zug von Brauſamkeit. Sie hatte ſich eingebildet(und ein unwiſſender Beichtvater hatte ſie in dieſem Ge⸗ danken beſtaͤrkt), daß die Sachſen Heiden oder wenig⸗ ſtens Ketzer waͤren, und ſie drang in ihren Gemahl, daß die Mutter und die Tochter, welche ihr und Brunhilden dienen ſollten, vor dem Antritte ihres Dienſtes durch die Taufe in den Schoß der chriſtlichen Kirche aufgenommen wuͤrden.
Obwohl ſie die Ungerechtigkeit und Falſchheit dieſer Beſchuldigung einſah, ſo hatte doch die Mutter ge⸗


