————————
58 vor ihm: ſo zart deine Hand iſt, ſo vermöchte ſie doch, nur mit einer Gerte bewaffnet, ſeinen Muth zu er⸗ ſchüttern.— Außerdem bin ich nicht bei dir, Bertha? Kannſt du noch einen andern Beſchützer wünſchen? Nein, nein! rief ſie, in die Arme ihres wiederge⸗ fundenen Geliebten ſtürzend. Ich erkenne dich ja jetzt wieder. Und erſt jetzt erkennſt dn mich wieder, Bertha? Ich vermuthete es ſchon vorher, antwortete ſie mit niedergeſchlagenen Angen; aber jetzt erkenne ich mit Beſtimmtheit dieſe Narbe von den Eberzähnen. Hereward ließ ihre Einbildungskraft von dein ſo plötzlich erlittenen Stoße ſich erholen, bevor er zu ihr von den gegenwärtigen Ereigniſſen ſprach, welche ein neuer Gegenſtand des Zweifels und zerſtörender Be⸗ ſorgniſſe zu ſeyn ſchienen. Er ließ daher ihr Gedächt⸗ niß ſich aller uUmſtände von der Jagd dieſes wilden Thieres durch ihre vereinigten Stämme erinnern. Sie ſchilderte in abgebrochenen Worten den Flug der Pfeile, welche von allen Jägern beiderlei Geſchlechtes auf den Eber abgeſchoſſen wurden, und die Wunde, welche ſie ihm mit einem wohlgerichteten Geſchoße, das aber lei⸗ der von zu ſchwacher Hand kam, beibrachte. Sie ver⸗ gaß nicht die Wuth, mit welcher das Ungehener ſich auf ſeine Verwunderin losſtürzte, ihr Reitpferd töd⸗ tete, und ſie ſelbſt geopfert haben würde, wenn ſich nicht Hereward, da er ſein Roß nicht vorwärts brin⸗ gen konnte, auf die Erde geworfen und zwiſchen Bertha


