Teil eines Werkes 
5. Theil (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

gleichen war, bei welcher es zweifelhaft iſt, ob ſie wie⸗ der aufflackern oder gänzlich erloͤſchen wird. Nur mit einer Art rein mechaniſcher Aufmerkſamkeit machte er noch fortwährend alle erdenklichen Anſtrengungen, um ſeiner ſchönen Ländsmännin den Gebrauch ihrer Sinne wieder zu geben. Er empfand dieſelben Gefühle, wie ein weiſer Sternſeher, welchen der Aufgang des Mon⸗ des von Neuem dieſen Himmel betrachten läßt, welcher zugleich die Hoffnung ſeiner Glückſeligkeit als Chriſt, und die Quelle ſeiner Kenntniſſe als Philoſoph iſt. Endlich kehrte das Blut wieder belebend in die Wan⸗ gen der jungen Sächſin zurück, und ihre Erinnerung kam ihr ſelbſt ſchneller wieder, als dem von Staunen erſtarrten Wäringer⸗

Heilige Marie! ſchrie ſie; habe ich wirklich den letz⸗ ten Kelch des Leidens geleert, und vereinigſt du hier nach ihrem Tode diejenigen, welche dich während ihres Lebens geehrt haben?— Sprich, Hereward!— Wenn du etwas anderes biſt als ein von meiner Einbildungs⸗ kraft geſchaffenes Trugbild, ſprich, und ſage mir ob ich getrͤnmt habe, als ich einen entſetzlichen wilden Mann ſah?

Veruhige dich, meine thenre Bertha, ſagte der An⸗ gelſachſe, welcher durch den Klang ihrer Stimme wie⸗ der zu ſich ſelbſt kam; und bereite dich vor zu ertra⸗ gen, was um uns vorgeht; du lerne es ſehen, ich werde es dir erzählen.— Dieſes ſcheußliche Weſen lebt;— aber erſchrick nicht davor und entfliehe nicht