56 rem Hintergrunde lag eine rieſenhafte Bildſätle einer Flußgöttin ausgeſtreckt, welche ihre gewöhnlichen Zei⸗ chen hatte, das heißt ihre Stirne war mit Seeblu⸗ men und Schwertlilien umkränzt, und ihre gewaltige Hand auf eine leere Urne geſtützt. Die Lage der Bild⸗ ſäule paßte vollkommen zu ihrer Inſchrift:— Ich ſchlafe;— erwecke mich nicht!
Verfluchtes Ueberbleibſel des Heidenthums, ſagte Hereward, welcher im Verhältniſſe ſeiner Kenntniſſe ein eifriger Chriſt war, ich will dich auf eine gute Art wecken, elender Holz⸗ oder Steinklotz der du biſt! Bei dieſen Worten ſchlug er mit einem einzigen Hiebe ſeiner Streitart den Kopf der Göttin herunter, und brachte das Spiel des Springguelles dergeſtalt in Un⸗ ordnung, daß das Waſſer anfing in die Urne zu fallen.
Du biſt doch trotz dem ein guter Teufel von einem Klotz, ſagte der Wäringer, da du ſo zu gelegener Zeit meiner armen Landsmännin Hülfe ſchickeſt. Doch, mit deiner Erlaubniß, ſollſt du ihr auch einen Theil von deinem Lager einräumen. Vei dieſen Worten legte er das Mädchen, welche den Gebranch ihrer Sinne noch nicht wieder bekommen hatte, auf das breite Fußge⸗ ſtelle, welches der Göttin zum Lager diente. Während dieſer Zeit ruhte ſeine Aufmerkſamkeit auf den Zügen der Sächſin, und er empfand eine ſo lebhafte aus Hoff⸗ nung und Furcht gemiſchte Gemüthsbewegung, daß ſie nur mit dem ſchwankenden Lichte einer Fackel zu ver⸗


