Teil eines Werkes 
5. Theil (1832)
Entstehung
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30 daß ich zweiſle, ob ſie das Betragen ihres Cäſars aus einem anderen Geſichtspunkte betrachten würden, als dem einer ganz natürlichen Kriegsliſt der Liebe, welche ſehr verzeihlich waͤre und weder Schande noch Strafe verdient.

Der Himmel möge einem Volke, das über eine ſol⸗ che Schändlichkeit lachen kann, im Augenblicke der höchſten Noth ſein Mitleiden verſagen, wann das Schwert in den Händen ſeiner Krieger zerbrochen ſein wird, und ſeine Weiber und Töchter, von wilden und erbarmungsloſen Feinden ergriffen, Schreie des Ent⸗ ſetzens ausſtoßen werden.

Hereward ſah ſeinen Gefährten an, deſſen glühende Wangen und blitzende Augen die Begeiſterung bewieſen, welche ihn fortriß.

Ich ſehe, daß euer Entſchluß feſt ſteht, ſagte er, und wenn er eine Tollheit iſt, ſo kann man wenig⸗ ſtens nicht läugnen, daß es eine heldenmuͤthige iſt; doch einerlei! ſchon lange bietet das Leben dem Wä⸗ ringer Flüchtling nur einen Kelch der Leiden dar. Der Morgen ſieht ihn traurig das Lager verlaſſen, wor⸗ auf er ſich am vorhergehenden Abend niedergelegt hat, müde eine Söldlingswaffe in fremdem Dienſte zu füh⸗ ren. Er hat oftmals gewünſcht ſein Leben für eine ehrenwerthe Sache zu verlieren; und diejenige, wel⸗ che ſich jetzt darbietet, berühret die Ehre in ihrem in⸗ nerſten Heiligthume. Sie ſtimmt außerdem mit mei⸗ nem Vorhaben überein, den Kaiſer zu retten„ wozu