Teil eines Werkes 
5. Theil (1832)
Entstehung
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Du ſagſt eine traurige Wahrheit, Wäringer. Aber mein Wort iſt das Sinnbild meiner Treue. Wenn ich es einem treuloſen und ehrloſen Menſchen gebe, ſo begehe ich eine Unklugheit; aber wenn ich es breche, nachdem ich es einmal gegeben habe, ſo iſt dieſes eine entehrende Handlung und ein Flecken, welcher nie aus meinem Wappen verwiſcht werden kann.

Seyd ihr alſo Willens, die Ehre eurer Frau dem Schickſal eines ungleichen Kampfes auszuſetzen?

Gott und alle Heiligen mögen dir einen ſolchen Ge⸗ danken verzeihen! Ich werde dieſem Kampfe beiwoh⸗ nen, wenn nicht mit ſo viel Frende, doch wenigſtens mit ſo viel Vertrauen als ich je hatte, wenn ich eine Lanze brechen ſah. Wenn Brunhilde durch einen Un⸗ fall oder einen Verrath beſiegt wird, denn Brunhilde von Aspramont kann nicht von einem ſolchen Gegner beſiegt werden, ſo trete ich in die Schranken, nenne den Cäſar öffentlich was er iſt: einen ruchloſen Boͤſe⸗ wicht; ich beweiſe die Ehrloſigkeit ſeines Betragens von Anfang bis zu Ende; ich berufe mich auf alle edlen Herzen, welche mich hören können; und dann mag Gott das gute Recht beſchützen!

Hereward ſchwieg einen Augenblick, und ſchüttelte den Kopf.— Alles Das, ſagte er alsdann, würde thunlich ſein, wenn der Kampf vor euren Landsleuten vorginge, oder ſelbſt bei der Meſſe! wenn die Waͤrin⸗ ger die Wache in den Schranken hätten; aber Ver⸗ räthereien jeder Art ſind den Griechen ſo vertraut,