22 weißt, daß ſie an den Krieg denkt, ſelbſt wenn ſie den Feind nicht ſieht. Nun! Agelaſtes, du ſollſt mir dieſes Mal nicht vorwerfen, daß ich die Feſtung durch Ueberrumpelung einnehmen und mich ſo des Vergni⸗ gens berauben wollte, ſie zur Uebergabe zu zwingen. Beim Himmel! ich will die Belagerung ſo regelmä⸗ ßig unternehmen, als wenn ich auf meinen Schultern die ganze Laſt der Jahre trüge, welche zwiſchen mir und dir einen Unterſchied machen; und ich habe ge⸗ waltigen Verdacht, daß dieſer alte Schurke, Zeit, dir die Fluͤgel des Cupido genommen hat.
Sprecht nicht alſo, mächtiger Cäſar, antwortete der Philoſoph. Die Hand der Vorſehung, welche dem Fluͤgel des Cupido einige überflüſſige Federn entzogen hat, hat ihm aber doch noch ſoviel gelaſſen, um einen ſicheren und anhaltenden Flug auszuhalten.
Dein Flug iſt indeſſen unſicherer geworden, Agela⸗ ſtes, ſeitdem du daran dachteſt, jenes Zeughaus, jenen Vorrath von Waffen des Cupido zu gründen, woraus deine Freundſchaft mir erlaubt hat mich zu rüſten oder vielmehr meine Ausruͤſtung zu vervollſtändigen.
Bei dieſen Worten warf der ECäſar einen Blick auf ſeine ganze Geſtalt, welche von Edelſteinen ſtrahlte und mit einer goldenen Kette, mit Armbaͤndern, Rin⸗ gen und anderen Juwelen geſchmückt war, welche in Verbindung mit den koſtbaren Gewändern, die er ſeit ſeiner Ankunft in den Gärten der Cythere angelegt hatte, ſein ſchoͤnes Aeußere erheben ſollten.


