19 heuchelt.— Mein edler und wuͤrdiger Gemahl! wenn du dir einen Begriff machteſt von dem Ungluͤcke, dem ich ausgeſetzt bin, wie bald wurdeſt du uber alle Hin⸗ derniſſe ſiegen, um zu meiner Huͤlfe zu fliegen!
Biſt du ein Mann? ſagte der Graf Robert zu ſei⸗ nem Gefaͤhrten, kannſt du ſolche Worte hoͤren und mir rathen ruhig zu bleiben?
Ich bin ein Mann, antwortete der Angelſachſe; ihr ſeyd ein anderer; aber unſere ganze Rechenkunſt bringt aus uns nicht mehr als Zwei heraus; und an dieſem Platze koͤnnte wahrſcheinlich ein Pfiff des Cäſars oder ein Schrei des Agelaſtes ein Tauſend Maͤnner uͤber uns herfallen laſſen, welche uns viel zu ſchaffen machen koͤnnten, und wenn wir ſo kuͤhn wären als Beris von Hampton.— Bleibt ruhig und ſchweiget ſtille. Wenn ich euch dieſen Rath gebe, ſo geſchieht es nicht aus Furcht fuͤr mein armes Leben; ich habe bewieſen, daß ich wenig Werth darauf legte, indem ich mich in ein ſo tolles Unternehmen mit einem ſo wunderlichen Geſellen einließ: es ge⸗ ſchah nur aus Theilnahme an eurer Sicherheit, ſo⸗ wie an derjenigen der Grafin, eurer Gemahlin, wel⸗ che eben ſo viel Tugend als Schoͤnheit zeigt.
Ich bin anfangs getaͤuſcht worden, fuhr die Graͤfin fort, ſtets zu Agathen gewendet. Dieſer ſchaͤndliche Alte hat mir, indem er ernſte Sitten, eine tiefe Wiſſenſchaft, und eine ſtrenge Rechtlichkeit heuchelte, den Glauben beigebracht, daß er theilweiſß das wirk⸗


