18 die Spalte eines Fenſterladens ſehen konnte, was im Innern des Gartenhauſes vorging, ohne daß er Gefahr lief, entdeckt zu werden. Die Hellung, welche in die⸗ ſen Ort des Vergnügens drang, war jenes Halblicht, das für die Gedanken paßte, die in einem Tempel der Eythere entſtehen. Man erblickte darin auch Bruſt⸗ bilder, Gruppen und Bildſanlen nach Art derjenigen, welche ſich in dem Luſthauſe am Waſſerfalle befanden, nur boten die Erſteren dem Geiſte freiere Bilder dar, als die Letzteren. Bald nachher ging die Thüre des Gartenhauſes auf, und die Gräfin trat mit ihrer Die⸗ nerin Agathe ein. Sie warf ſich auf einen Sopha, und ihre Dienerin, ein junges und niedliches Mädchen, blieb in beſcheidener Entfernung ſtehen, ſo daß der Graf ſie kaum erblicken konnte.
Was denkſt du, fragte die Gräfin Agathe, von einem ſo verdächtigen Freunde als Agelaſtes 2 und von einem ſo artigen Feinde, als dieſem Cäſar, wie man ihn nennt?
Was kann ich davon denken, antwortete die Die⸗ nerin, als daß das, was dieſer Greis Freundſchaft nennt, Feindſchaft iſt; und das, was der Caͤſar Va⸗ terlandsliebe für ſein Land nennt, die ihm nicht er⸗ laubt, deſſen Feinde in Freiheit zu ſetzen, iſt in der That nur eine ſehr ſtarke Zuneigung fur ſeine ſchoͤne Gefangene.
Und er ſoll fuͤr dieſe Zuneigung beſtraft werden⸗ ſagte die Graͤfin, wie fuͤr die Feindſchaft, welche er


