Teil eines Werkes 
4. Theil (1832)
Entstehung
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103 einem wahrhaften Kaiſer und jenem Briennes iſt, der von ſich eine ſo hohe Meinung hat. Bei dieſen Wor⸗ ten ſchieden ſie von einander, Tatius mit viel freudi⸗ gerer Miene, als bei ſeiner Ankunft.

Ahgelaſtes ſah ihm mit einem verächtlichen Lächeln nach. Der Narr, ſagte er, hat nicht ſoviel Ver⸗ ſtand, um die Fackel zu ſehen, welche ihn verzehren wird. Der Elende hat nur eine halbe Erziehung be⸗ kommen, er weiß nur halbe Maaßregeln zu nehmen, er überlegt und wagt nur halb, und ſeine ſo armſeli⸗ gen Gedanken ſind nicht einmal die Geburt ſeines ei⸗ genen Hirns. Er ſchmeichelt ſich, den ungeſtümmen hochfahrenden, ſtolzen Nicephorus Briennes zu betrü⸗ gen! Wenn er es thut, ſo geſchieht es nicht durch ſeine Klugheit, noch weniger durch ſeine Tapferkeit. Anna Comnena, die geiſtreiche Seele, ſoll nicht an einen ſo dummen Klotz, wie dieſen Halbbarbaren, ge⸗ feſſelt werden. Nein! ſie ſoll einen Gemahl von reiner griechiſcher Abſtammung bekommen, der die Schätze der Wiſſenſchaften beſitzt, welche während der Größe Roms und dem Glanze Griechenlands blühten. Und dieſes wird nicht zu den geringſten Reizen des kaiſerl. Thrones gehoͤren, daß er mit einer Gemahlin getheilt wird, deren perſönliche Bildung ſie die Kennt⸗ niſſe des Kaiſers zu ſchätzen lehrt. Er that einen oder zwei ſtolze Schritte, doch ſetzte er bald mit lei⸗ ſerer Stimme, wie von einem Gewiſſensbiſſe getrof⸗ fen, hinzu: Aber wenn Anna Kaiſerin werden