Teil eines Werkes 
4. Theil (1832)
Entstehung
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100 durch ſeine geruͤhmte Schonheit bei den Griechiſchen Damen erhalten hat, haben ihn duͤnkelhaft gemacht.

Und ich glaube, daß dieſer Dünkel ihn verhindert hat, ſeine Erfolge nur ſeiner Wuͤrde als Caͤſar und als vermuthlichem Thronfolger beizumeſſen.

Einſtweilen habe ich ihm verſprochen, ihm eine Zu⸗ ſammenkunft mit ſeiner Bradamante zu verſchaffen, die vielleicht auf ſeine zarten Beiwörter Zoe kai Pſyche*) dadurch antworten wird, daß ſie eine Schei⸗ dung zwiſchen ſeiner verliebten Seele und ſeiner un⸗ Lergleichlichen Perſon hervorbringt.

Indeſſen hoffe ich, daß du vom Cäſar die Befehle erhalten haſt, die er nur ertheilen kaun, um unſere Verſchwörung auszuführen:

Gewiß; eine ſolche Gelegenheit darf man nicht vor⸗ beigehen laſſen. Dieſer Anfall von Liebe oder Thor⸗ heit hat ihn blind gemacht; und ohne zu viel Auf⸗ merkſamkeit auf den Fortgang unſerer Verſchwörung zu ziehen, ohne uns den Bemerkungen der Bosheit auszuſetzen, können wir uns ſeiner bedienen, um un⸗ ſerem Unternehmen Gedeihen zu verſchaffen. Ich fühle wohl, daß ein ſolches Betragen nicht ganz fuͤr mein Alter und meinen Charakter paßt; aber da ich das Ziel habe, einen würdigen Akoluthos in einen Kaiſer umzuwandeln, ſo erröthe ich nicht, eine verliebte Zu⸗

ſammenkunft zu begünſtigen, welche der ſogenannte

Mein Leben und meine Seere.

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