Teil eines Werkes 
4. Theil (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21. gern Behauſung annehmen. Und den Empfang ſoll euch ſelbſt Jemand von der kaiferl. Familie, der euer Reiſebegleiter geweſen iſt, bereiten.

Der Graf hörte die Einladung der Kaiſerin mit dem ziemlich merklichen Wunſche an, die ſo herzlich angebotene Goſtfreundſchaft anzuehmen. Obwohl er ſoviel als möglich von den Reizen ſeiner Brunhilde eingenommen war, und obwohl der Gedanke, ihr eine andere Schönheit vorzuziehen, ihm niemals nur in den Kopf gekommen war, ſo fühlte er ſich doch na⸗ türlich geſchmeichelt durch die Aufmerkſamkeiten einer Frau von ſo ausgezeichneter Schönheit und ſo hoher Würde, und das Lob, womit ihn die Prinzeſſin über⸗ häuft hatte, war nicht gänzlich verloren. Er war nicht mehr in derſelben Laune wie am Morgen, wo er die Empfindſamkeit des Kaiſers zu reizen, und ſeine Würde zu beleidigen geſucht hatte. Er hatte ſich durch die einſchmeichelnde Gewandtheit, deren Lehren Agela⸗ ſtes in den Schulen der Philoſophie bekommen hatte und welche die ſchöne Prinzeſſin der Natur verdankte gewinnen laſſen. Er nahm daher das Anerbieten der Kaiſerin um ſo frendiger an, als die Dunkelheit ihn nicht die Wolke der Unzufriedenheit bemerken ließ, welche ſich auf die Stirne Brunhildens lagerte. Was der Grund davon war, war ſie nicht ſehr bemüht aus⸗ zuſprechen. Kaum waren die beiden Gatten in die⸗ ſes Labyrinth von Zimmern und Gängen getreten, durch welche Hereward por kurzer Zeit gekommen war,