15 herkommen!— Ich meine jenen Mann von hohem Wuchſe, welcher ſeine Streitaxt auf ſainer Schulter trägt.
Hereward, welcher durch ſeinen Platß an der Spitze der Abtheilung der Leibwache leicht zu erkennen war, wurde angewieſen, vor der Prinzeſſin zu erſcheinen— Er gruͤßte ſie militäriſch, runzelte aber etwas ſeine Stirne, als er die hochmüthige Miene des Franzoſen erblickte, der neben der Anna Comnena herritt.
Entweder habe ich dich falſch verſtanden, Soldat, ſagte Anna Comnena, oder du haſt mir vor ungefähr einem Monate geſagt, daß die Normänner und Fran⸗ ken daſſelbe Volk, und auf gleiche Weiſe die Feinde deines Stammes wären.
Die Normänner ſind unſre Feinde, Madame„ant⸗ wortete Hereward, und ſie haben uns aus unſrem Geburtslande gejagt. Die Franken ſind demſelben Lehnsherrn wie die Normänner unterworfen und folg⸗ lich können ſie die Wäringer weder lieben, noch von ihnen geliebt werden.
Tapfrer Mann, ſagte der Graf, ihr thut den Fran⸗ ken Unrecht, und ſchreibt, obwohl aus ſehr natürlichem Grunde, den Wäringern einen Grad von Wichtigkeit zu, die ihnen nicht zukommt, wenn ihr annehmet, daß ein Stamm, der ſeit mehr als einem Menſchenalter aufgehört hat als unabhängiges Volk zu beſtehen, für Leute, wie uns, ein Gegenſtand der Theilnahme oder des Haſſes ſeyn kann.


