Teil eines Werkes 
3. Theil (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

105 Würde und Erhabenheit Irenen's, die Anmuth und Lebhaftigkeit der Prinzeſſin, machte auf ſie keinen Einbruck, und Brunhilde dachte nur daran, jeden Anlaß zu benutzen, um über den Elephanten Fragen zu thun, namentlich über den Gebrauch ſeines Rüſſels, ſeiner Zähne, und ſeiner großen Ohren.

Eine andere Perſon ergriff mehr verſtohlen die Ge⸗ legenheit, Brunhilden mit hoher Theilnahme zu be⸗ trachten: dieß war der Cäſar Nicephorus. Dieſer Fürſt richtete ſeine Augen ſo ununterbrochen, als er konnte, auf die franzöſiſche Gräfin, ohne die Auf⸗ merkſamkeit ſeiner Gemahlin und Schwiegermutter auf ſich zu ziehen und vielleicht ihren Argwohn rege zu machen. Er ſuchte daher zuerſt ein Schweigen zu brechen, das läſtig zu werden anfing. Es iſt mög⸗ lich, ſchöne Gräfin, ſagte er, da ihr jetzt zum erſten Male die Königin der Welt ſehet, daß iyr bis jetzt noch nie das ſeltſam merkwürdige Thier, das man Elephant nennt, erblickt habt.

Verzeiht mir, antwortete Brunhilde; dieſer weiſe Greis hat mir die Abbildung dieſes erſtaunenswürdi⸗ gen Geſchoͤpfes gezeigt, und hat mir einige Nachrichten über dieſen Gegenſtand gegeben

Alle, die dieſe Antwort hörten, glaubten, daß die Gräfin einen ſpöttiſchen Pfeil auf den Philoſophen ab⸗ ſchoß, welchem man am Hofe gewöhnlich den Bei⸗ namen Elephant gab.

Niemand konnte dieſes Thier mit mehr Genauigkeit