47 Kaiſer, wie ihr ihn nennet, kuͤmmern kann; doch die ganze Rechenſchaft, welche ich über mich ſelbſt geben kann, iſt hier: Mitten in einem der ungeheueren Waͤlder, welche den Mittelpunkt Frankreichs, meines Heimathslandes, bedecken, iſt eine Kapelle, welche ſo tief in die Erde vergraben iſt, daß ſie gran vom Alter ſcheint. Das Bild der heiligen Jungfrau, welches den Altar derſelben ziert, heißt Unſere liebe Frau der gebrochenen Lanzen. Dieſer Ort wird in ganz Frank⸗ reich als der beruͤhmteſte fuͤr Kriegsabenteuer betrach⸗ tet. Vier große Straßen kreuzen ſich vor der Haupt⸗ pforte dieſer Kapelle; und jedes Mal, wenn ein guter Ritter an dieſer Stelle vorbeigeht, tritt er in die Kapelle um daſelbſt ſeine Andacht zu verrichten, nach⸗ dem er zuvor dreimal in das Horn geſtoßen hat, ſo daß alle Bäume des Waldes davon erzittern und wi⸗ derhallen. Darauf wirft er ſich auf die Kniee nieder um ſein Gebet zu verrichten; und kaum hat er die Meſſe bei Unſerer lieben Frau der gebrochenen Lan⸗ zen gehört, ſo findet ſich ein abenteuerlicher Ritter ein, bereit ſeine Kampfbegierde zu befriedigen. Ich habe dieſen Poſten einen Monat und länger gegen alle Ankömmlinge behauptet, und alle haben ſich für die edle und höfliche Weiſe bedankt, womit ich mich gegen ſie betragen habe, mit Ausnahme Eines, weſcher das Unglück hatte von dem Pferde zu fallen und den Hals zu brechen, und eines Anderen, welcher durch und durch geſtochen wurde, ſo daß ihm meine Lanze
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