Teil eines Werkes 
3. Theil (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6 Werth ſeiner eigenen körperlichen und geiſtigen Eigen⸗ ſchaften, wie ſie an ſich ſelbſt beſchaffen ſind, zurück⸗ zuführen.

Ihr ſeyd ein Hofmann, mein Herr, entgegnete der Sachſe; und da ihr das Vorrecht genießt, in die Ge⸗ ſellſchaft Sr. Kaiſerl. Maj. zugelaſſen zu werden, ſo wißt ihr, daß es zwanzig Mal mehr Hofgebräuche gibt, welche das Betragen der verſchiedenen Klaſſen der Geſellſchaft vorſchreiben, als ein Menſch von mei⸗ nem Schlage wiſſen kann; auch hätte man überhaupt einen einfachen Menſchen, wie mich, damit verſchonen können, vor denjenigen zu erſcheinen, welche über ihm ſtehen, und in deren Gegenwart er nicht genau ſich zu betragen weiß.

Freilich, antwortete der Philoſoph; aber ein Mann wie ihr, edler Herewardverdient mehr Achtung in den Augen eines wahren Philoſophen als ein Tauſend jener Inſekten, welche das Lächeln eines Hofes ins Leben ruft, und welche eine Laune deſſelben in das Nichts zurückfuͤhrt.

Aber ihr ſelbſt, mein Herr, ſeyd ein Hofmann.

Und ſogar ein ſehr pünktlicher Hofmann. Ich ſchmeichle mir, daß kein Unterthan im Reiche beſſer die zehntauſend Punkte der Hofſitte kennt, welche von den verſchiedenen Ständen hinſichtlich der mannigfalti⸗ gen Würden beobachtet werden müſſen. Der Menſch iſt noch nicht geboren, der ſagen kann, er habe mich in Gegenwart der Kaiſerlichen Familie eine beqnemere