87 Vergnugen daran faͤnden, ſich an andern wegen des unerſetzlichen Schimpfes, welcher ſie von der Menſch⸗ heit losgeriſſen hatte, zu rächen.
Es war Gebrauch(wie ſo viele andere Gewohnhei⸗ ten der Griechen, wuͤrde auch dieſer Gebrauch in jetzigen Zeiten als kindiſch betrachtet werden), daß beim Eintritte eines Andern die obenbeſchriebenen Loͤwen, vermittelſt einer leicht begreiflichen Vorrich⸗ tung, aufſtanden und brüllten. Darauf ſchien es, als ob der Wind die Bläͤtter am Baume bewegte; die Voͤgel huͤpften von Zweig zu Zweig, pickten an den Fruͤchten, und fuͤllten ſcheinbar das Zimmer mit ihren Toͤnen. Dieſes Schauſpiel hatte mehr als einen fremden Geſandten in Schrecken geſetzt, und die Hof⸗ ſitte verlangte, daß die Griechiſchen Geheimenraͤthe ſelbſt beim Brüllen der Löwen und dem Gezwitſcher der Vogel dieſelben Zeichen der Furcht und der Ueber⸗ raſchung aͤußerten, obwohl ſie es ſchon vielleicht zum fuͤnfzigſten Male hoͤrten. Aber heute hatte man we⸗ gen des Dranges der umſtände, welche die Zuſammen⸗ berufung des Rathes veranlaßt hatten, dieſe Foͤrm⸗ lichkeit unterlaſſen.
Die Rede des Kaiſers ſchien nach ihrem Anfange das Brüllen der Loͤwen erſetzen zu ſollen; aber ihr Schlußton glich mehr dem Conzerte der Voͤgel.
In ſeinen erſten Redensarten ſprach er von der Frechheit und unerhoͤrten Verwegenheit der Tauſende von Franken, welche unter dem Vorwande, Pnlaͤſtina


