Teil eines Werkes 
2. Theil (1832)
Entstehung
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6 gleicher Zeit an ſeinem ergebenen Tone, daß ſeine Ehr⸗ furcht einen tieferen Grund habe, und daß ſein Bei⸗ fall, wenn ſie ihn erhielte, für ſie wahrhaft ſchmeichel⸗ hafter ſein würde, als die vergoldeten Höflichkeiten des ganzen Hofes ihres Vaters. Sie betrachtete den He⸗ reward, welchen wir ſchon als einen ſehr ſchönen jungen Maun kennen gelernt haben, mit Erſtaunen und Auf⸗ merkſamkeit, und empfand jenen natürlichen Wunſch zu gefallen, welcher beim Anblick einer ſchönen Perſon vom anderen Geſchlechte leicht in unſerem Geiſte ent⸗ ſteht. Seine Haltung war ungezwungen und kühn, aber ohne unbeholfen und unanſtändig zu ſeyn. Sein Titel als Barbare befreite ihn von den Förmlichkeiten des gebildeten Lebens ſo wie von den Regeln künſtlicher Gewandtheit. Aber der Ruf ſeiner Tapferkeit ſo wie ſeine Miene voll edlen Selbſtvertrauens erregten für ihn mehr Theilnahme, als er durch beſſer vorberei⸗ tete und ausgearbeitete Reden oder durch übermäßi⸗ ge Ehrfurchtsbezeigungen erhalten haben würde.

Mit einem Worte, ſo erhaben die Stellung der Prinzeſſinn Anna Comuena war, und obwohl ſie im Kaiſerlichen Purpur geboren worden, was ſie ſelbſt als den erſten aller ihrer Vorzüge betrachtete, ſo fühl⸗ te ſie doch nichts deſto weniger, als ſie ſich zum Wie⸗ derbeginn der Vorleſung ihrer Geſchichte anſchickte, den Wunſch, mehr den Beifall dieſes barbariſchen Sol⸗ daten zu erhalten, als den der ganzen Verſammlung von Höllingen, wovon ſie umringt war. In der That