de Willie
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Schluß
von Doktor Duͤrrwieſtaub in einem Briefe an den Verfaſſer des Waverley.
Es thut mir in der That leid, mein würdiger und geehrter Herr, daß ich troz der ſorgſamſten Nachforſchungen in Briefen, Tagebü⸗ chern, oder ſonſtigen Denkwürdigkeiten nicht im Stanse war, mehr von der Geſchichte der Familie Redgauntlet zu entdecken, als ich bis jezt überſandt habe. Aber ich finde in einem alten Zeitungs⸗ blatte, genannt Whitehallgazette, von der ich glücklicher Weiſe ei⸗ nige Jahrgänge beſitze, daß Sir Arthur Darſie Redgauntlet Sr. leztverſtordenen Majeſtät bei einer Spur von General Gampbell vorgeſtellt worden ſey. Ueber dieſen Vorſall macht der Berausge⸗ ver in Form eines Commentars die Bemerkung, daß wir mit vol⸗ len Segeln in das Intereſſe des Prätendenten hinein ſteuerten, da ein Schotte einen Jakobiten bei Bof vorgeſtellt habe. Da die Poſt⸗ freiheit nur auf Brieſe geht, die eine Unze wägen, ſö habe ich kei⸗ nen Raum für ſeine weitere Bemerkungen, welche die Abſicht ha⸗ ben zu zeigen, daß viele wohlunterrichtete Perſonen jener Zeit be⸗ fürchteten, der junge König möchte ſelbſt zur Parthei der Stuarts übertreten;— eine Kataſtrophe, vor der indeß der Bimmel dieſe Königreiche bewahrt hat.
Aus einem Ehekontrakt in den Familien⸗Archiven erſehe ich ebenfalls, daß Miß Lilias Redgauntlet ungefähr 18 Monate nach den von ihnen erwähnten Vorfällen mit Rlan Fairford, Cöquire Advokat, von Clinkdollar, ſich vermählt habe, welcher wie wir, glaube ich, nicht ohne Grund ſchlieſſen können, der nehmliche iſt, deßen Rame in Ihrer Erzählung ſo oft vorkommt. Auf meinem lez⸗ ten Ausflug nach Edinburgh war ich ſo glucklich, einen alten Ge⸗ richtsſchreiber zu entdecken, von dem ich mit Pülſe einer Flaſche Whiöky und eines halben Pfundts Taback die wichtige Nachricht her⸗ ausbrachte, daß er den Peter Peebles gekannt, und manches Gläs⸗ chen zur Zeit des alten Gerichtſchreivers Frnſer mit ihm ausgetrun⸗ ken habe. Er ſagte, derſelbe hätte noch zehn Jahre nach König Georgs Thronbeſteigung gelebt, ſey in ſteter Erwartung, ſeinen Proreß zu gewinnen, ſeden Tag und zu jeder Sizungszeit geweſen, und endlich todt niedergefallen in einem Anſall von perplenité, wie mein Berichterſtatter ſich ausdrückte, als man ihm in der
Porhalle einen Vergleichsvorſchlag machte. Ich habe meines Be⸗
vchterſtatters Auszuß beibehalten, da ich nicht im Stunde bin, ge⸗
nau zu beſtimmen, öb das Wort verdorben iſt aus Apoplexie, wie mein Freund Mr. Oldbuck vermuthet, oder der Name einer beſon⸗ dern Krankheit, die denjenigen zuſtößt, welche in Gexichtshöſen zu thun haben, wie manche Be rten und Levensverhältniſſe der Menſchen, ihre eigenen Krankheiten haven. Derſelbe Gerichtsſchrei⸗ ber erinnerte ſich auch des blinden ie Stevenſon, der
genanut, der ſeine T zufrieden im Hauſe des S thur Darſie Radgauntlet ſchloß. Er hatte der Familie manchen guten Dienſt geleiſtet, wie er ſagte, beſonders als ein Edelmann
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