Teil eines Werkes 
19. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 5. Bändchen (1826)
Entstehung
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aus der Graſſchaſt Arayle herunter kam gegen die, welche denal⸗

ten Sauerteig noch im Petzen hatten, die er alle gefangen gen men, und ohne weiteres geyängt oder geköpft hätte. Aber Willie und einer ſeiner Freunde, genannt Robert, der Wanderer, hatten die Melodien angeſtummt, wie diedie Campbells kommen heran und dgl., wodurch ſie zeitige Warnung erhielten, um zu entfliehen⸗ Ich habe nicht nöthig, mein würdiger Berr, Ihrem Scharfſinn anzu⸗ deuten, daß ſich dieß äuf eine ungenaue Rachricht von den Verhandlun⸗ genzu vezichen ſcheint, woran Sie ſo ſehr Antheil zu nehmen ſcheinen.

Was Redgauntlet betrifft, don deſſen ſpäterer Geſchichte S.e be⸗ ſonders gern genaue Nachricht gehabt hätten, ſo habe ich von einem ausgezeichneten Manne, der Prieſter in einem Schottenkloſter zu Regensburg war, vernommen, daß er zwei oder drei Jahre in dem Gefoige des Chevalier lebte, und es endlich nur wegen einiger Uneinigkeiten in dieſer melancholiſchen Hoſhaltung verließ. So wie er dem General Gampbell andeutete, vertauſchte er auch wirklich jenen Aufenthalt mit dem Kloſter, und entſaltete in den lezten Jahren ſeines Lebens eine ſtrenge Beobachtung der Pflichten der Religion, die er in ſeinen ſrüheren Tagen zu ſehr vernachle hattg, da er mit politiſchen Planen und Intriguen veſchäftigt war. Er gelangte in dem Kloſier, wo er lebte, und welches zu einem ſehr ſirenaen Orden gehörte, zu der Würde eines Priors. Manch⸗ mal empfieng er ſeine Landsleute, welche der Zufall nach Regens⸗ burg, und die Neugier in das Kloſter des brachte. Man be⸗ merkte aber, daß er zwar mit Intereſſe und Aufmerkſamkeit zu⸗ hörte, wenn das Geſpräch auf Großbrittanien oder Schottland ins⸗ beſondere kam, doch führte er nie dieß Geſpräch berbei, verlängerte es auch nicht, bediente ſich nie der engliſchen Sprache, fragte nie nach engliſchen Angelegenbeiten, und namentlich nie nach ſeiner Familie. Seine ſtrenge Beobachtung der Regeln ſeines Ordens gab ihm bei ſeinem Tode einige Anſprüche darauf, heilig geſprochen zu werden, und die Brüder des Kloſters des machten groſſe An⸗ ſrengungen deßhalb, und vrachten einige annehmliche Beweiſe von Wundern vor. Aber es war ein Umſtand da, der die Sache zwei⸗ ſelhaft machte, und das Conſiſturium verhinderte, den Wünſchen der würdigen Brüder nachzugeben. Unter ſeinem Kleid, in einem kleinen Silverblichschen verwahrt, hatte er ſiets um ſeinen Hals eine Locke Baar getragen, von der die Väter vehaupteten, ſie ſey eine Reliquie. Aver der Advokat des Teufels, als er pflichtgemß die Anſprüche des Pelligkeitskandidaten beſtritt, machte es wenig⸗ ſtens ziemlich wahrſcheinlich, daß die vermeintliche Relhhuie vem Paupte des Vruders des verſtorbenen Priors ſey, welcher wegen ſeiner Anhänglichkeit an die Familie Stuart im Jahre 1746 hinge⸗ richtet worden ſey; und das Motto; haud obliviscendnm(nicht zu vergeſſen) ſchien einen Anſtrich weltlicher Geſinnung und An en⸗ ken an Beleidigungen anzudeuten, die es wenigſiens zweifelhaft machten⸗ oh Vater Bugo auch in der Stille und Düſterheit des. Kloſters die Leiden des Hauſes Redgauntlet und die Kriniungen vergeſſen habe, die es erfuhr.