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tura zu ſprechen, Lilias nicht minder heftig eine ganz kurze Unterredung mit ihrem Oheim. Während die Schildwache ungewiß war, was ſie thun ſollte, wurde ihre Aufmerkſamkeit auf ein lautes Geraͤuſch an der Thüre gezogen, wo eine groſſe Menge Menſchen ſich verſammelt hatte, in Folge des ſchreckbaren Geſchreys, daß der Feind nahe ſey. Einige Herumſtreicher hat⸗ ten endlich Nantys und Nixons Leichname aufgefun⸗ den, und dieß hatte den Auflauf veranlaßt.
In dieſer Verwirrung gab die Schildwache nicht mehr Achtung; Lilias nahm Alan Fairfords Arm, und ſie kamen unaufgehalten in das innere Zimmer, wo die Hauptperſonen des Uuteruehmens, deren Verhand⸗ lungen durch dieſen beunruhigenden Vorfall geſtört wa⸗ ren, in groſſer Beſtürzung ſich befanden; der Chepa⸗ lier war nun gleichfalls zu ihnen gekommen.
„Bloß ein Aufſtand unter dieſem Schmugglergeſin⸗ del,“ ſagte Redgauntlet.
„Bloß ein Aufſtand, ſast Ihr,“ erwiederte Sir Richard Glendale;„und der Lügger, die lezte Hoff⸗ nung des Entkommens fuͤr—“ hier blickte er auf Karln,——„ſchwebt dort mit vollen Segeln auf
dem Meere!“
„Macht Euch meinetwegen keine Sorge,“ ſagte der unglückliche Fürſt;„ich war ſchon in ſchlimmern Lagen⸗
wäre ſie aber auch die ſchlimmſte, ich fürchte ſie nicht. Sorgt fuͤr Euch ſelbſt, meine Lords und Herren.“ „Nein, niemals,“ ſagte der junge Lord——; unſere einzige Hoffnung beruht jezt auf einem ehren⸗ vollen Widerſtande.“
So recht! ſagte Redgauntlet. Laßt Verzweiflung
die Einigkeit unter uns herſtellen, die ein Zufall ſtoͤr⸗ te. Ich rathe nun, ſogleich das koͤnigliche Banner aufzupflanzen, und— Was iſt denn das?“ fragte er finſter, als Lilias, um ſeine Aufmerkſamkeit zu erre⸗ gen, ihn am Kleide zupfte, den Zettel in ſeine Hand


