Teil eines Werkes 
19. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 5. Bändchen (1826)
Entstehung
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zu üͤben. Deſſen war er nicht fähig, und da auf mei⸗ ner Mutter Geſchrei viele Leute herbeikamen, ent⸗ ſernte er ſich, nachdem er auf Euch und ſie einen je⸗ ner ſchrecklichen Blicke geworfen hatte, welche, wie man ſagt, ein ungluͤckliches Erbtheil unſrer Familie von unſrem Ahnherrn Sir Alberick ſind.

Ich erinnre mich einigermaßen des Auftritts, ſagte Darſie,und ich glaube, es war mein Oheim ſelbſt, der den Umſtand mir bey einer neuern Gelegen⸗ heit ins Gedaͤchtniß zuruckrief. Ich kann mir jetzt die angſtliche Abgeſchloſſenheit erkläͤren, unter welcher mei⸗ ne arme Mutter lebte, ihre vielen Thraͤnen, ihre trampfhaften Anfaͤlle und ihre fortdauernde tiefe Me⸗ lancholie. Arme Mutter, was war Dein Loos, und was muͤſſen Deine Gefuͤhle geweſen ſeyn, als es ſich ſeinem Ende nahte!

Damals ergriff ſie, ſagte Lilias,jede Vorſichts⸗ maaßregel, welche ihre Erfindſamkeit ihr eingeben konn⸗ te, um auch Euer Daſeyn vor dem gefuͤrchteten Man⸗ ne, ja vor Euch ſelbſt, zu verbergen, denn ſie fuͤrch⸗ tete, wie ſie ſich oͤfters ausgedruͤckt haben ſoll, das feurig wilde Blut der Redgauntlets wuͤrde Euch an⸗ treiben, Euer Geſchick mit dem Eures Oheims zu ver⸗ einigen, der noch immer mit politiſchen Intriguen ſich beſchäftigte, welche die meiſten andern Menſchen als verzweifelt betrachteten. Auch war es moͤglich, daß er ſo gut, als andere, Verzeihung erhielt, da die Re⸗ gierung von Jahr zu Jahr ſich milder gegen die Rech⸗