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zu entreißen. Obgleich ihrem Schwager Hugo Red⸗ gauntlet immer noch die geſetzliche Gewalt abgieng, ſo furchtete ſie doch ſeinen kuͤhnen und hartnaͤckigen Sinn, und war uͤberzeugt, daß er einen Verſuch machen wuͤr⸗ de, ſich der Perſon ihrer Kinder zu bemächtigen. Auf der andern Seite wurde unſer Oheim, deſſen ſtolze Gemuͤthsart vielleicht durch offenes Vertrauen von ih⸗ rer Seite beſanftigt worden waͤre, gegen das miß⸗ trauiſche und argwohniſche Verfahren ſeiner Schwaͤge⸗ rin gegen ihn aufgebracht. Niedriger Weiſe, ſagte er, mißbrauchen ſie ſeine ungluͤckliche Lage, um ihn von dem Schutze und der Erziehung dieſer Kinder aus⸗ zuſchließen, von dieſem Vorrecht, das Natur, Geſetz und der Wille ihres Vaters ihm uͤbertragen habe, und er ſchwor, ſich einem ſolchen Unrecht nicht zu unter⸗ werfen. Lady Rebgauntlet erfuhr dieſe Drohungen, und ihre Furcht ſtieg, die nur allzuwohl begruͤndet war. Waͤhrend wir beide in einem Alter von zwei bis drei Jahren mit einander in einem ummauerten Garten ſpielten, welcher dicht an unſrer Mutter Auf⸗ enthaltsorte lag, der ſeit einiger Zeit Devonſhire war⸗ erſtieg mein Oheim plotzlich die Mauer mit mehreren Maͤnnern, ich wurde ergriffen, und in ein Boot ge⸗ bracht, welches ihrer wartete. Meine Mutter flog indeſſen zu Enrer Rettung herbei, und da ſie Euch feſt umſchlang, ſo konnte mein Oheim, wie er mir nachher ſagte, ſich Eurer Perſon nicht bemaͤchtigen oh⸗ ne gegen ſeines Bruders Wittwe unminnliche Gewalt


