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nes Briefs auf Mr. Redgauntlet zu verſuchen, ehe Ihr die Sache bei Gericht anbringt, oder einen geſetzlichen Verhaftbefehl auswirkt?“
„Ich halte mich fuͤr verbunden, ſo zu handeln, als ein Männ von Wort und Ehre,“ ſagte Fairford.
„Gut, ich traue Euch,“ ſagte der Pater.„Ich will Euch jetzt noch ſagen, daß ein Expreſſer, den ich die letzte Nacht abfertigte, Redgauntlet wahrſcheinlich um viele Meilen dieſem Drte näher gebracht hat, wo er es nicht ſicher finden wird, irgend eine Gewaltthat gegen Eueren Freund zu verſuchen, ſollte er auch unbeſonnen
genug ſeyn, den Rath des Mr. Maxwell vvn Summer⸗
trees eher zu befolgen, als meine Befehle. Wir verſte⸗
hen jetzt einander.“
Er ſtreckte ſeine Hand gegen Alan aus, welcher eben im Begriff war, ſie zum Unterpfand ſeiner Treue, auf die gewohnliche Weiſe zu faſſen, als ſie der Pater ſchnell zuruͤckzog. Ehe Alan Zeit hatte, über dieſe Wei⸗ gerung nachzudenken, oͤffnete ſich eine kleine Seiten⸗ thüre, die mit einer Tapete verdeckt war, die Vorhänge wurden bei Seite gezogen, und eine Dame trat, wie
eine plotzliche Erſcheinung, leiſe ins Gemach. Es war
keine von den Miß Arthuret's, ſondern eine Frau in der Blüthe des Lebens und der vollig entfalteten weiblichen Schoͤnheit; artig, ſchlank und von imponirendem Anſe⸗ hen. Ihre goldenen Locken ſielen uber die Stirne, die nebſt dem herrlichen Glanze der großen, offenen, blauen Augen eine Juno ſelbſt geziert haben würde; ihr Nacken und Buſen waren wunderſchoͤn geformt und von blen⸗ dender Weiße. Sie war ein wenig zur Fülle geneigt, doch nicht mehr, als ihrem Alter paßte, das ungefahr 3o Jahre betragen mochte. Ihr Gang war der einer Koͤ⸗ nigin, aber nicht einer Koͤnigin Eſther, ſondern der ei⸗
ner Vaſthi, einer kuͤhnen und befehlenden, nicht einer
ſchuͤchternen Schoͤnheit.
Pater Buvnaventura erhob ſich unwillig von ſeinem Lager, als ob ihm bas raſche Eintreten mißfalle.„Nun, Madame,“ ſagte er mit einiger Strenge,„warum ha⸗ ben wir jetzt die Ehre Eurer Gelellſchaft?“


