Teil eines Werkes 
18. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 4. Bändchen (1826)
Entstehung
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107 die Thure ſo leiſe wie moͤglich, ſobald Fairford eingetre⸗ ten war.

Setzt Euch nieder, junger Mann, ſagte der Pa⸗ ter mit demſelben Tone der Herablaſſung, der Fairford ſchon vorher in Verwunderuns geſetzt, ja beleidigt hatte. Ihr ſeyd krank geweſen, und ich weiß nur zu gut an mir ſelbſt, daß Unpäßlichkeit Nachſicht verlangt. Habt Ihr, fuhr er fort, ſobald er ſah, daß ſich Alan niederge⸗ ſetzt hatte,habt Ihr Euch entſchloſſen zu bleiben oder abzureiſen?

Abzureiſen, ſagte Alan,wenn Ihr mir Bürg⸗ ſchaft leiſten wollt für meine Sicherheit bei dem ſonder⸗ baren Menſchen, der ſich auf eine ſo ungeſetzliche Weiſe gegen meinen Freund Darſie Latimer benommen hat.

Urtheilt nicht zu raſch, junger Mann, erwiederte der Pater.Redgauntlet hat in Beziehung auf den jun⸗ gen Mann die Anſpruͤche eines Vormunds über ſeinen Mundel und ein Recht, uͤber ſeinen Aufenthaltsort zu verfügen, obgleich er in der Wahl der Mittel, wodurch er ſeine Autorität geltend zu machen gedenkt, unbeſon⸗ nen geweſen feyn mag.

Seine Lage als Geaͤchteter vernichtet dieſe Rech⸗ te, ſagte Fairford haſtig.

Sicherlich, erwiederte der Prieſter, lächelnd uͤber die Raſchheit des jungen Rechtsgelehrtenzin den Au⸗ gen derer, welche die Rechtmäßigkeit der Aechtung aner⸗ kennen, aber das thue ich nicht. Indeſſen, Sir, hier iſt meine Buͤrgſchaft, leſet den Inhalt, und nehmt nicht wieder einen Uriasbrief mit Euch.

Fairford las folgende Worte:

Guter Freund!

Wir ſenden Euch hier einen jungen Mann, der die Lage Eures Mündels kennen zu lernen wuͤnſcht, ſeit er unter Eure väterliche Autvrität kam, und mit Euch un⸗ terhandeln will, um Eueren Verwandten in Freiheit zu ſetzen. Dieß empfehlen wir Eurer Klugheit, und miß⸗ billigen zu gleicher Zeit hoͤchlich jede Gewalt oder Zwang, wenn ſolches vermieden werden kann, und wir wünſchen daher, daß dieſe Unterhandlung einen guten Ausgang