96 als er ſie aber wieder erhob, fand er das große, helle Auge des Fremden ſo feſt auf ſich gerichtet, daß er durch die Unveränderlichkeit des Blicks faſt aus der Faſſung gekommen waͤre. Während dieſer Zeit ſtan⸗ den beide.
„Setzt Euch wieder, Sir,“ ſagte der Pater, „Ihr ſeyd krank geweſen.“
Er ſprach dieß mit dem Tone eines Mannes, der einen Niederern in ſeiner Gegenwart zum Sitzen noͤthigt, und ſeine Stimme waär voll und ſonoriſch⸗
Fairford war etwas erſtaunt, daß er ſich imponi⸗ ren laße durch das Anſehen von Superivritat, das doch eigentlich nur gegen ſolche ausgeubt werden konn⸗ te, über welche die Religion dem Sprechenden eine Gewalt verlieh; er ſetzte ſich aber faſt unwillkuhrlich nicder, und war in Verlegenheit, wie er den Fuß der Gleichheit erhalten ſollte, auf welchem ſie, wie er wohl fuͤhlte, eigentlich ſtehen follten. Der Fremde bediente ſich des Vortheils, den er behalten hatte.
„Man hat mir geſagt, Euer Name ſey Fair⸗ ford,“ ſagte der Pater.
Alan antwortete durch eine Verbeugung.
„Ein ſchottiſcher Advokat,“ fuht jener fort;„in den weſtlichen Gegenden, glaube ich, lebt eine Familie Geburt und Rang, genannt Fairford von Fair⸗ ord.“
lan hielt dieß für eine ſonderbare Bemerkung von einem fremden Geiſtlichen, denn dafür mußte er den Pater Buonaventura wegen ſeines Namens hal⸗ ten, er antwortete alſo nur, er glaube, es ſey ſo eine Familie da.
Ihr verwandt mit ihnen,“ fuhr der Fra⸗ ger fort.
„Ich darf auf dieſe Ehre keinen Anſpruch ma⸗ chen,“ ſagte Fairford,„der Fleiß meines Vaters hat ſeine Familie aus ihren niedern und dunkeln Verhaͤlt⸗ niſſen herausgehoben, ich habe keine erblichen Anſpruͤche auf Auszeichnung irgend einer Art. Darf ich mich nach den Urſachen dieſer Fragen erkundigen? 3 „Ihr


