314 in Hinſicht ver Segnungen dieſer Familie ſogar den engliſchen Mitgliedern derſelben zuvorgethan.“
Bei dieſen Worten offnete ſich die Thuͤr, und zu Nigels groͤßtem Erſtaunen trat herein— ſein Erkam⸗ merdiener, Richard Moniplies, prachtvoll gekleidet im koſtbaren Brocat, und an der Hand fuhrend die lange, hagere, verwitterte Geſtalt der Martha Trap⸗ bois, angethan mit einem vollſtaͤndigen Anzuge von ſchwarzem Sammet, der ſo ſeltſam zu ihren blaſſen, ernſten und ſchwermuͤthigen Geſichtszugen paßte, daß der Koͤnig verwundert ausrief:„wer Teufel! iſt die Geſtalt, die der Menſch uns hieher gebracht hat? Mei⸗ ner Seel! es iſt eine Leiche, die in ihrem Sterbe⸗ kleide davon gelaufen iſt.“
„Mag ich Ew. Majeſtät allerunterthaͤnigſt bit⸗ ten, gegen dies Frauenzimmer gnaͤdig zu ſeyn, indem ſie zufolge der am heutigen Morgen vollzogenen heili⸗ gen Handlung meine angetraute Ehegenoſſin, mit Namen Miſtres Martha Moniplies iſt.“
„Meiner Seele! lieber Mann, ſie ſieht verzwei⸗ felt muͤrriſch aus;“ verſetzte Koͤnig Jacob.„Seyd ihr eurer Sache gewiß, daß ſie nicht etwa zu ihrer Zeit Chrendame bei unſerer Muhme, der Koͤnigin Maria, flammenden Andenkens*) geweſen iſt?“
„Ew. Majeſtät halten zu Gnaden, ich bin mei⸗ ner Sache gewiß, daß ſie mir über funßzigtauſend Pfund Sterling zugebracht und mich dadurch in den Stand geſetzt hat, Ew. Majeſtäͤt und andern Leuten gefaͤllig zu ſeyn.“
*) Jeder Leſer, der ſich aus der Geſchichte der bigotten Maria der zahlreich lodernden Scheiterhaufen erinnert, die unter ih⸗ rer Regierung an der Tagesordnung waren, wird dies Epithet eben ſo verſtandlich als paſſend finden. d. u.


