Ploͤtzlich ließ ſich jedoch zwiſchen allem dieſem einfoͤrmigen Geraͤuſche ein Ton vernehmen der ihn nicht wenig erſchreckte. Er klang wie ein weibliches Zetergeſchrei.— Rigel ſetzte ſich auftecht im Bette, um zu horchen; dann erinnerte er ſich, daß er in Al⸗ ſatien ſey, wo laͤrmende Haͤndel aller Art unter dem ordnungsloſen Bewohnern gewoͤhnliche Dinge waren. Allein ein zweites, drittes und ein viertes Angſtge⸗ ſchrei folgten ſo nahe auf einander, daß ungeachtet der
Schrei etwas entfernt und halb erſtickt zu ſeyn ſchien⸗
überzeugt war, die Quelle deſſelben muͤſſe mit ihm unter einem Dache ſeyn. Raſch ſprang er aus dem Bette warf einen Theil ſeiner Kleidungsſtuͤcke
um, ergriff Degen und Piſtolen und eilte an
die Stubenthuͤr. Hier vernahm er deutlich, daß das Angſtgeſchrei ſich verdoppelte, auch duͤnkte es ihm, als käme der Ton aus des Wucheres Zimmer. Aller
Zugang zur Gallerie war gehemmt durch die verſchloſ⸗ ſene Mittelthuͤr, welche der junge Lord mit ungedul⸗
diger Anſirengung vergebens einzuſtoßen ſich beſtrebte. Allein plotzlich fiel ihm der geheime Durchgang mit⸗
telſt der Tapetenthuͤr ein. Er eilte in ſein Zimmer
zuruͤck; ſchrecklich bewegt durch das fortwaͤhrende Angſtgeſchrei und mehr noch durch die Furcht, daß es aufhoren moͤchte, gelang es ihm nur mit großer Muͤhe, ein Licht anzuzuͤnden; er folgte dem langen⸗ krummen Zugange, geleitet durch das immer ſchrek⸗


