Teil eines Werkes 
1. Theil (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

127

theiiſch prüfen, und welche an die Schwierigkeit denken, die große Perſon, welche der Gegenſtand davon iſt, würdig darzuſtellen. Ich bitte dich alſo, meiner Vorleſung alle Aufmerkſamkeit zu widmen; denn dieſe Schilde⸗ rung der Schlacht von Laodicaͤa, deren Einzelheiten mir hauptſaͤchlich durch Seine Kaiſerliche Majeſtät, meinen edlen Vater, durch ſeinen unbeſiegbaren Gene⸗ ral den tapfern Protoſpathairen, und durch Achilles Tatius den treuen Akoluthos unſres ſiegreichen Kai⸗ ſers überliefert worden ſind, kann dennoch in einigen Punkten ungenau ſeyn; denn man darf glauben, daß die hohen Verrichtungen dieſer hohen Befehlshaber ſie in einiger Entfernung vom heftigſten Gedränge hiel⸗ ten, um die Mittel zu haben, mit mehr Kalblütigkeit und Genauigkeit uͤber das Ganze der Handlung zu urtheilen, und ihre Befehle frei von jeder Beſorgniß für ihre perſönliche Sicherheit zu ertheilen. Auf die⸗ ſelbe Weiſe iſt es mit der Kunſt des Stickens, tapfe⸗ rer Barbare; und wundre dich nicht, daß wir auch dieſe mechaniſche Kunſt treiben, weil ſie Minerva zur Beſchützerin hat, die unſere wiſſenſchaftlichen Beſtre⸗ bungen leitet; hier behalten wir uns auch die Ober⸗ aufſicht des ganzen Werkes vor, und vertrauen unſeren Frauen und Anderen die Ausführung der einzelnen Theile an. Alſo und auf dieſelbe Weiſe, tapferer Wä⸗ ringer, da du an dem dichteſten Gedränge der Schlacht von Laodicäa Theil genommen haſt, ſo kannſt du uns, der unwürdigen Beſchreiberin eines ſo beruͤhmten Krieges, die Vorfälle angeben, welche im Gewühle des Kampfes ſich begeben haben können, als das Schickſal der Schlacht durch die Schärfe des Schwerts entſchie⸗ den wurde. Scheue dich alſo nicht, du Tapferſter der Angel⸗Dänen, welchen wir dieſen Sieg ſo wie ſo viele andere verdanken, die Irrthümer und Fehler zu rügen, welche wir hinſichtlich der Einzelheiten dieſes ruhm⸗ vollen Ereigniſſes haben begehen koͤnnen.