126 dieſes Reiches zu thun vergönnt hat, zu ſchreiben, ſei es geſagt, daß ich lebhaft wünſche ſie daran zu erin⸗ nern, daß, obgleich das Schwert des Alexius nicht in der Scheide geroſtet iſt, er doch niemals um den Preis des Blutes ſeiner Unterthanen Ruhm zu erwer⸗ ben geſucht hat. 5
Ich ſchmeichle mir, ſagte Anna Comuena, daß ich in meiner unterwuͤrfigen Schilderung von dem Leben des edlen Fuͤrſten, dem ich das Daſein verdanke, nicht ver⸗ geſſen habe, ſeiner Friedensliebe, ſeiner ſchonenden Ruͤck⸗ ſichten für das Leben ſeiner Soldaten, und ſeines Ab⸗ ſcheues vor den blutigen Gebräuchen der Franken, als einiger Hauptzuͤge ſeines Charakters Erwähnung zu thun.
Jetzt nahm ſie eine ehrfurchtgebietendere Haltung an, machte, um die Aufmerkſamkeit der Geſellſchafti in Anſpruch zu nehmen, eine leichte Verbeugung mit dem Kopfe im Kreiſe ihrer Hoͤrer herum, und empfing dann eine Pergamentrolle aus den Händen der ſchoͤnen Sclavin, welche ihr als Schreiber diente, und unter der Eingebung ihrer Gebieterinn in den ſchönſten Buch⸗ ſtaben geſchrieben hatte; Anna Comneua wollte nun das darauf Niedergeſchriebene vorleſen.
In dieſem Augenblicke aber fielen die Augen der
Prinzeſſin plötzlich auf Hereward, und ſie geruhte ihn folgendermaßen anzureden:— Tapferer Barbare, deſ⸗ ſen ſich meine Einbildungskraft nur verworren ent⸗ ſinnet, als ob ich aus einem Traume erwachte, du wirſt gegenwaͤrtig die Vorleſung eines Werkes hören, welches, wenn man den Verfaſſer mit dem Gegenſtande vergleichen wollte, jenem Gemälde Alexanders aͤhnlich ſeyn würde, das ein Schmierer mit den Pinſeln des Apelles verfertigt hatte. Aber, ſo unwürdig dieſer Verſuch des Gegenſtandes in den Augen vieler Leute ſcheinen mag, ſo muß er doch einige Eiferſucht in dem Geiſte derjenigen erregen, welche den Inhalt davon unpar⸗


