Teil eines Werkes 
1. Theil (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

147

in eine Art von leichtem Schlummer oder wennigſtens von Nachdenken verſunken. Bei ſeinem Erwachen ſchrak er zuſammen, als er ploͤtzlich den Wäringer vor ſich erblickte; denn obwohl dieſes vertrante Corps ge⸗ wöhnlich mit der äußeren Bewachung des Pallaſtes beauftragt war, ſo geſchah doch der Dienſt im Innern gewöhnlich von häßlichen Schwarzen, von welchen ſchon geſprochen worden iſt, und welche ſich bisweilen bis zur Würde von Staatsminiſtern und Oberbefehlshabern des Heeres aufſchwangen.

Als Alexius aus dieſer Art Schlummer aufwachte, wo ſein Ohr noch von dem kriegeriſchen Style ſeiner Tochter angefüllt war, welche ihm aus ihrem großen Geſchichtswerke über die unter ſeiner Regierung gelie⸗ ferten Schlachten eine Beſchreibung vorlas, ſo war er wenig auf die Erſcheinung und den kriegeriſchen Gruß eines Soldaten von ſeiner Sächſiſchen Leibwache vor⸗ bereitet, deren Bild ſich nur im Gefolge von Sce⸗ nen der Schlacht, der Gefahr und des Todes vor ſeinen Geiſt ſtellte.

Nachdem er einen verwirrten Blick um ſich gewor⸗ fen, blieben ſeine Augen auf Achilles Tatius ruhen. Was führt dich hierher, mein treuer Akoluthos? ſprach er zu ihm; warum iſt dieſer Soldat hier zu dieſer Stunde der Nacht? Dieſes war natürlich für alle Geſichter am Hofe der Augenblick ſich nach dem kaiſerlichen Muſter zu richten; aber ehe der Pa⸗ triarch noch Zeit hatte, ſeinen Zügen den Ausdruck