Teil eines Werkes 
1. Theil (1832)
Entstehung
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34 lings darbietet, daß es in der That aber denſelben Grad der Reife oder vielmehr des Verderbens er⸗ reicht hat, wie der Stamm, worauf es gewachſen iſt. Daher kommt die haͤufige Erſcheinung, daß faſt zu derſelben Zeit gewiſſe Baͤume von beſonderer Gat⸗ tung vertrocknen und abſterben, weil ſie alle ihre Le⸗ benskraͤfte demſelben Stamme zu verdanken haben und ihr Daſeyn nicht uͤber das ſeinige hinaus zu verlaͤngern vermoͤgen.

Auf dieſelbe Weiſe haben Herrſcher dieſer Erde durch eine gewaltige und ploͤtzliche Kraftanſtrengung Staͤdte, Staaten und Voͤlker zu verpflanzen geſucht, in dem Glauben, ihrem neuen Herrſcherſitze den Reichthum, den Glanz, die Pracht und endloſe Aus⸗ dehnung der alten Stadt, welche ſie zu verjuͤngen wuͤnſchten, zu verleihen; zu gleicher Zeit hoffen ſie, eine neue Reihe der Jahrhunderte werde von dem Tage der Gruͤndung ihrer neuen Hauptſtadt an be⸗ ginnen, die in ihrer Einbildung ebenſoviel Dauer und Ruf haben wird als die alte, welche der Gruͤn⸗ der im ganzen Glanze ihrer Ingend durch eine neue Metropole wieder hergeſtellt zu ſehen ſich ſchmeichelt. Aber die Natur hat ihre Geſetze, welche fuͤr das Le⸗ ben der Geſellſchaften, wie fuͤr das der Pflanzen gel⸗ ten. Eine allgemein guͤltige Erfahrung ſcheint es zu ſeyn, daß Alles, was lange beſtehen ſoll, lang ſam rei⸗ fen und ſtufenweiſe ſich vervollkommnen muß; dage⸗ gen traͤgt jede noch ſo rieſenhafte ploͤtzliche Anſtrengung⸗