Teil eines Werkes 
17. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 3. Bändchen (1826)
Entstehung
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Nachforſchungen nach den Verhaͤltniſſen des jetzi⸗ gen Oberhaupts, welche er zu machen geſonnen war, in Unruhe gebracht zu werden. Sonderbare verwirrte Vermuthungen ſtiegen in ſeiner Seele auf aus der unvollkommenen Erinnerung an die Erzaͤh⸗ lung vom wandernden Willin, und unwillkuͤhrlich drang ſich ihm der Gedanke auf, ſein Freund Darſie Latimer ſey der Sohn des ungluͤcklichen Sir Henry. Ehe er aber ſolchen Vermuthungen nachhing, mußte er zu entdecken ſuchen, was gegenwaͤrtig aus ihm ge⸗ worden war. Wenn er in den Haͤnden ſeines Oheims war, konnte da nicht einige Eiferfucht wegen Vermoͤ⸗ gen und Rang entſtehen, welche einen ſo harten Mann, wie Redgauntlet, zu ſchlimmen Maasregeln gegen einen Juͤngling verleiten mochte, den er nicht nach ſeinen Abſichten zu modeln im Stande war? Schwei⸗ geno überlegte er dieß, waͤhrend die Glaͤſer mehrmals um die Bowle berumgiengen, und wartete, bis der Hr. Richter gemaͤß ſeinem eigenen Vorſchlag der Sache erwaͤhnen wuͤrde, weßwegen er ihn ausdruͤcklich mit Mr. Maxwell von Summertrees bekannt gemacht hatte. Scheinbar hatte der Hr. Richter ſein Verſpre⸗ chen vergeſſen, oder war wenigſtens nicht ſehr eilig, es zu erfuͤllen. Er ſprach mit großem Ernſte von der Stempelakte, welche gerade damals den amerikani⸗ ſchen Colonien drohte, und uͤber andere Gegenſtaͤnde der Tagspolitik, aber ſagte kein Wort von Redgaunt⸗ let. Alan ſah bald, daß er die Nachfrage, die er im Sinne hatte, ſelbſt beginnen muſſe; und beſchloß dem gemaͤß zu verfahren.

Dieſem Entſchluß zu Folge ergriff er die erſte Gelegenheit, die ſich ihm bei einer Pauſe in der Dis⸗ cuſſion der Colonialpolitik darbot, und ſagte:Ich muß Euch, Mr. Crosbie, an Euer gütiges Verſprechen erinnern, mir einige Nachricht uͤber den Gegenſtand zu verſchaffen, wegen deſſen ich ſo beſorgt bin.

Wahrhaftig! ſagte Mr. Crosbie nach augen⸗ blicklichem Beſinnen, das iſt ſo, Mr. Marwell, wir

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