73 ſem ungluͤcklichen Geſchlechte ab? Gehoͤrt auch Ihr da⸗ zu? Und wenn dieß ſo iſt, warum muß ich von der Hand eines Verwandten Zwang und harte Behand⸗ lung erfahren?“
„Fragt jetzt nicht weiter,“ ſagte er,„mein Be⸗ tragen gegen Euch iſt nicht Sache meiner Wahl, ſon⸗ dern der Nothwendigkeit. Ihr wurdet dem Schooſe Eurer Familie um der Sorge Eures geſetzlichen Ver⸗ munds durch die Furcht und die Unwiſſenheit einer allzuzaͤrtlichen Mutter entriſſen, welche nicht im Stan⸗ de war, die Geſinnungen und Gefuͤhle derer zu ſchaͤtzen, welche die Ehre und ihre Grundſaͤtze dem Gluͤcke und ſelbſt dem Leben vorziehen. Der junge Falke, blos an die zaͤrtliche Pflege ſeiner Mutter gewoͤhnt, muß durch Finſterniß und Schlafloſigkeit gezaͤhmt werden, ehe ihn der Falkner ſeinen Zwecken gemaͤß auffliegen laͤßt.“
Ich erſchrack üͤber dieſe Erklaͤrung, welche mich
mit einer langen Dauer, und einem gefaͤhrlichen Ende meiner Gefangenſchaft zu bedrohen ſchien. Ich hielt es indeſſen fuͤr das beſte, einigen Muth zu zeigen, und zu gleicher Zeit einen verſohnenden Ton anzu⸗ ſtimmen.„Mr. Herries,“ ſagte ich,„laſſet uns uber dieſen Gegenſtand ohne den Ton des Geheimniſſes und der Furcht ſyrechen worin Ihr ihn zu huͤllen geneigt ſcheint. Ach! Ich bin lange der Pllege jener zaͤrtli⸗ chen Mutter beraubt, worauf Ihr anſpielt, lange unter fremder Leitung und gezwungen, meine Ent⸗ ſchluͤſſe nur nach eigener Einſicht zu faſſen. Ungluͤck, fruͤhe Entbehrungen haben mir das Recht gegeben, fuͤr mich ſelbſt zu handeln, und Zwang ſoll mich des erſten Rechts eines Englaͤnders nicht berauben.“ „ Der rechte Modeton,“ ſagte Herries veraͤcht⸗ lich.„Kein Sterblicher hat das Vorrecht, frei zu handeln, wir alle ſind gebunden, durch die Feſſeln der Pflicht, unſer Pfad iſt beſchraͤnkt durch die Vor⸗ ſchriften der Ehre, und unſre unbedeutendſten Hand⸗ lungen ſind nur Maſchinen in dem Gewehe des Schick ſals, wovon wir alle umgeben ſind.“
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