66 meines eigenen Geſiehts in dem Spiegel, in einem
vedeurenden Augenblick waͤhrend der ſeltſamen heutis gen Zuſammenkunft, und ich eilte in das aͤußere Zim⸗ mer, um den Spiegel zu befragen, ob es möglich ſey⸗ meinen Geichäftszügen den eigenen Schnitt zu geben⸗ der dem ſchrecklichen Blicke des Mr. Herries ſo ſehr glich. Aber ich faltete meine Stirne vergeblich auf tauſenderlei Weiſe, und mußte endlich den Schluß ma⸗ chen, daß entweder das vermuthete Zeichen auf meiner Stirne nur eingebildet, oder durch willkührliche Bn⸗ ſirengung nicht hervorgerufen werden könne. Während ich ſo mein Geſicht gleich einem tollen Spieler in alle wögliche Falten zog, öffnete ſich plötzlich die Thüre, und das Hausmädchen trat ein. Unwillig und beſchämt in einer ſo ſonderbaren Beſchäftigung betroffen worden zu ſeyn, wande ich mich raſch um, und vermuthlich brachte jetzt der Zufall auf meinem Geſicht jene Verän⸗ eeden hervor, um die ich mich vergeblich angeſtrengt atte.
Das Madchen bebte zurück, und ſagte:„Um Gdtteswillen, jetzt ſeht Ihr ja aus, leibhaftig wie der alte Squire— aber da kommt er ſelbſt.“ Indem ſie ſchnell hinauswiſchte, ſetzte ſie hinzu:„Und wenn Ihr noch einen Dritten braucht, ſo iſt der alte Harry der⸗ jenige, der am beſten die Stirne runzeln kann.“
Als das Mädchen mit dieſem Musruf das Zim⸗ mer verlaſſen hatte, trat Herries ein. Er hielt an, als er bemerkte, daß ich wieder in den Spiegel ge⸗ ſchaut hatte, um das Geſicht zu machen, wodurch das einfaltige Ding zweifelsohne erſchrekt worden war. Er ſchien meine Gedanken zu errathen, denn er be⸗ merkte, als ich mich zu zbm wandte:„Zweifelt nicht, das Eurer Stirne das ungläckliche Zeichen unſres Ge⸗ ſchlechts aufgetruͤckt iſt, wenn auch jetzt noch nicht ſo kenntlich, als dann, wenn, Jahre und Kummer, wenn die Spuren ſtuͤrmiſcher Leidenſchaften Eure Stirne gefurcht haben werden.⸗ 4 Gehermnihyole Menſch, erwiederte ich.„Ich
2


