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letzten Briefes an meinen theueren Alan Fairford, be⸗ trafen, und dieſer war, wenn ich nicht irre, vom s5ten des noch laufenden Monats Anguſt datirt. Nicht zuruͤckſchrecken ſoll mich die Moͤglichkeit, daß man mir meine Papiere entreißen und einem Manne zur Durchſicht vorlegen kann, welcher, da er jetzt ſchon ohne allen Grund mein Feind iſt, noch heftiger gegen mich aufgebracht werden wird, wenn er die Erzaͤhlung des Unrechts liest, das er mir zufuͤgte.
Die Nacht zuvor, ehe ich jenen Brief ſchrieb, war ich in einem thoͤrichten Jugendſtreich bei einer Tanz⸗ beluſtigung gegenwaͤrtig, welche im Dorfe Brokenburn, das etwa ſechs Meilen von Dumfries entfernt iſt, ſtatt fand; viele Perſonen muͤſſen mich dort geſehen haben, wenn allenfalls das Factum ſo wichtig ſcheinen ſollte, daß eine gerichtliche Unterſuchung darüber angeſtellt wuͤrde. Ich tanzte, ſpielte Violin, und nahm an dem Feſte bis gegen Mitternacht Theil, wo mein Diener Sa⸗ muel Owen meine Pferde brachte, und ich nach einem kleinen Gaſthofe, Schaͤfers buſch genannt, zuruͤckkehrte, da ich in dieſem Hauſe, wo eine gewiſſe Mrs. Nixon die Wirthſchaft fuͤhrt, fruher etwa vierzehn Tage zu⸗ brachte. Ich wendete den Anfang des Vormittags da⸗ zu an, den ſchon erwaͤhnten Brief zu ſchreiben, den Du, theuerſter Alan, wohl richtig erhalten haben wirſt. Warum befolgte ich den Rath nicht, den Du mir ſo oft gabſt? Warum verzögerte ich meinen Aufenthalt in einer gefaͤhrlichen Nachbarſchaft, vor welcher mich eine gütige Stimme warnte? Doch das ſind jetzt un⸗ nuͤtze Fragen; mein Schickfal hat mich verblendet, wie eine Motte flatterte ich um das Licht, bis ich mir die „Flügel verbrannte.
Schon war der groͤßte Theil des Tages verfloſſen und ſchwer laſtete die Zeit auf mir. Freilich ſollte ich erroͤthen, wenn ich bedenke, wie oft mir der theure Freund, fuͤr den dieſer Brief beſtimmt iſt, Vorwuͤrfe uͤber die Leichtigkeit machte, mit welcher ich in muͤſſi⸗


