Teil eines Werkes 
16. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 2. Bändchen (1826)
Entstehung
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ſelbſt auf die Reiſe gemacht, oder wuͤrde ſeinem Sohne erlaubt haben, auf Nachforſchungen nach ſeinem Freun⸗ de auszugeven.

Wiederum ſah er wohl ein, daß des armen Peter

Peebles Prozeß vielleicht sine die aufgeſchoben wuͤrde,

wenn der Brief in die Hand ſeines Sohnes kaͤme. Er kannte die gegenſeitige ſchwaͤrmeriſche Zuneigung der jungen Leute, und mußte wohl einſehen, daß die Kenntniß von der gefaͤhrlichen Lage ſeines Freundes Latimer ſeinen Sohn nicht allein unwillig, ſondern ſo⸗ gar unfaͤbig machen würde, ſich der Pflichten, welche ihm dieſen Tag oblagen, zu entledigen, worauf doch der alte Gentleman einen ſo großen Werth legte.

Obſchon mit widerſtrebendem Gefuͤhle, beſchloß er doch nach reiflicher Ueberlegung, mit der Mittheilung der unangenehmen Nachricht, die er erhalten hatte, zu warten, bis ſein Sohn die Geichaͤfte des Tages be⸗ endigt haͤrte. Er ſuchte ſich ſelbſt zu uͤberreden, daß der Aufſchub dem Darſte Latimer wenig ſchaden loͤnn⸗ te, da ja ſeine eigene Thorheit, wie er's zu ſagen wage, ihn in die Schlinge gefuͤhrt habe, wo er durch eine augenblickliche Beraubung ſeiner Freiheit, die auf dieſe Weiſe nur auf einige Stunden verlaͤngert wuͤrde, ſehr angemeſſen beſtraft waͤre. Ueberdieß wurde er dadurch Zeit gewinnen, mit dem Sheriff der Graf⸗ ſchaft ja vielleicht ſogar mit dem koͤniglichen Gene⸗ ral⸗Anwald, zu ſprechen, um die Sache regelmaͤßig zu betreiben.

Zum Theil gelang der Plan, wie wir geſehen ha⸗ ben, und ward nur zuletzt durch ſeinen, wie er ſelbſt beſchaͤmt geſtand, hoͤchſt ungeſchaͤftsmaͤßigen Mißgriff voͤllig verdorben, daß er den Brief des Provoſt in der Eile und in der Angſt[des Morgens unter andere Pa⸗ piere miſchte, die zu Peter Peebles Prozeß gehoͤrten, und ihn, ohne das Verſetzen zu bemerken, ſeinem Sohne

berreichte. Er pflegte bis an ſeinen Todestag noch zu verſichern, daß er nie die Unvorſichtigkeit begangen haͤtte, ein Papier aus den Haͤnden zu geben, ohne die Ueberſchrift zu leſen, außer bei dieſer ungluͤcklichen Gele⸗