Teil eines Werkes 
16. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 2. Bändchen (1826)
Entstehung
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ſeinen guten Namen zu erhalten, ſeinen Freunden die

ganze Geſchichte erzaͤhlen, denn wenn ſchon ſein Koͤr⸗ per gealtert war, ſein Verſtand und ſein Gedaͤchtniß hatten noch nichts gelitten. Sonſt haͤtte man ihn wohl beſchuldigen koͤnnen, ein Zauberer zu ſeyn.

Der Abendſchatten hatte ſich ſchon bedeutend ver⸗ finſtert, als mein Fuͤhrer ſeine lange Erzaͤhlung mit folgender Moral ſchloß:„Siehſt Du nun, mein Voͤ⸗ gelchen, daß es in einem unbekannten Lande kein klei⸗ nes Wageſtück iſt, einen fremden Reiſenden zum Fuͤh⸗ rer zu nehmen.“”“

„Die Schlußfolge kann ich nicht aus Euerer Erzaͤhlung ziehn,“ ſagte ich.„Eueres Großoaters Abenteuer ſchlug ſehr gluͤcklich fuͤr ihn aus, denn es rettete ihn vom Untergang und von Duͤrftigkeit; auch ſeinem Gutsherrn mußte es erfreuen, da es ihn ab⸗ hielt, eine hoͤchſt ungerechte Handlung zu begehen.“

„Ja, Freund, früher oder ſpaͤter mußten doch beide die Folgen fuͤhlen,“ ſagte der wandernde Willie, „aufgeſchoben iſt nicht aufgehoben. Sir John ſtarb nach einer kurzen Krankheit, ehe er noch viel uͤber ſechszig war. Und obſchon mein Großoater im hohen Alter ſtarb, ſo ſiel doch mein Vater, ein ruͤſtiger Mann von fuͤnf und vierzig Jahren, auf das Pflugei⸗ ſen und ſtand nicht wieder auf. Er hinterließ nur mich, ſein einziges Kind, eine arme, blinde, vater⸗ und

mutterloſe Waiſe, die weder an Arbeit noch an Man⸗

gel gewoͤhnt war. Im Anfang gings noch leidlich; denn Sir Redwald Redgauntlet, der einzige Sohn des Sir John, der einzige Abkömmling des Sir Robert und, wehe mir! der latzte Sproͤßling des ehrenwerthen Hauſes, nahm mich von meinem Pachterhaͤuschen in ſein Schloß und forgte fuͤr mich. Er war ein Freund der Muſik, und er hielt mir die beſten vehrer in Eng⸗ land und Schottland. Viele Jahre drachte ich bei ihm zu, aber, ach Gott, in den juͤnf und vierziger Jahren zog er nrbſt anderen Edelleuien aus— ich mag nicht