Teil eines Werkes 
16. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 2. Bändchen (1826)
Entstehung
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„ſeyd Ihr ein Raͤuber, ich habe kein Geld; ſeyd Ihr ein ehrlicher Mann, dem es an Geſellſchaft fehlt, ich bin weder zum Scherz noch zum Sprechen gelaunt; habt Ihr den Weg verfehlt, ich kenne ihn ſelbſt kaum.“

„Exrzaͤhlt mir doch die Urſache Eures Kummers,“ ſagte der Frentde,„zwar genieße ich nicht den beſten Ruf in der Welt, aber ich bin einzig in meiner Art, wenn es gilt, meinen Freunden beizuſtehen.“

3 Mein Großpvater erzaͤhlte ihm alſo die ganze Ge⸗ ſchichte vom Aufang bis zum Ende, jedoch mehr, um ſein Herz zu Meichtern, als daß er gehofft haͤtte, er wuͤrde ihm helfen koͤnnen.

„Es iſt freilich ein ſchwieriger Fall“ ſagte der Fremde,„doch glaube ich, Euch belfen zu koͤnnen.“

„Wenn Ihr mir das Geld auf lange Zeit hinaus borgen wollt, Sir— ſonſt gibt es auf Erden keine Huͤlfe für mich.“

„Aber unter der Erde kann es geben,“ erwie⸗ derte der Fremde.„Kommt her, ich will offen mit Euch reden; ich koͤnnte Euch wohl gegen eine Ver⸗ ſchreibung das Geld leihen, aber ich glaube, Ihr wer⸗ det über die Zahlungsart Bedenken tragen. So wißt denn, daß Euer after Laird Euerer Flüche und des Wehklagens Eurer Familie wegen, im Grabe keine Ruhe findet; wenn Ihr es aber wagen wollt, ihn zu

beſuchen, ſo wird er Euch die Quittung geben.“ Bei dem Vorſchlage ſtanden meinem Großvater die Haare zu Berge, aber er dachte, ſein Ge ert waͤre wohl ein launiger Burſche, der ihn nur erſchre⸗ cken wollte und ihm am Ende doch das Geld leihen wuͤrde. Ueberdieß war er vom Branntwein erhitzt, vor Kummer der Verzweiflung nahe; er ſagte alſo:„er habe Muth genug, der Quittung wegen bis an die Pforten der Hoͤlle— und noch einen Schritt darüber zu gehn.“— Der Fremde lachte laut auf.

Fort gings alſo durch das dichteſte Gehoͤlze, als ploͤtzlich das Pferd am Thore eines großen Hauſes ſte⸗

hen blieb; haͤtte mein Ahne nicht gewußt, daß er we⸗