34 6—— worden ſey, wie ein brauſender Waſſerkeſſel. Er warf dem Dougal den Becher an den Kopf, ſchreiend, er habe ihm Blut ſtatt Burgunder gebracht; und man weiß gewiß, daß die Maͤgde den anderen Tag geron⸗ nenes Blut vom Boden aufwaſchen mußten. Der Affe, den ſie Major Welr nannten, ſchnitt Geſichter und ſchrie, als wolle er ſich mit ſeinem Herrn necken; meinem Großvater ſchwindelte der Kopf— er vergaß Geld und Quittung, er flog die Treppe hinab; aber wie er ſo rennt, Wird das Kreiſchen immer ſchwach und ſchwaͤcher; endlich ein tief geathmetes, ſchauer⸗ haftes Stoͤhnen, da hieß es im Schloſſe der Laird ſey verſchieden.
Gut alſo,— mein Großvater ging weg, den Finger im Mund, und ſeine beſte Hoffnung beſtand darin,
daß Dougal den Geldſack geſehen und den Laird von
der Quittung hatte ſprechen hoͤren. Der junge Laird nun, Sir John genannt, kam von Edinburg um alles in Ordnung zu bringen. Sir John und ſein Vater hatten ſich nie gut vertragen, er hatte die Rechte ſtu⸗ dirt, und ſaß im letzten ſchottiſchen Parlament, wo er fuͤr die Union ſtimmte, weil er, wie man ſagt, eine ſchoͤne Belohnung dafuͤr bekommen hatte— haͤtte ſein Vater aus dem Grabe ſteigen koͤnnen, ſo wuͤrde er ihm zum Dank dafuͤr das Gehirn an dem Heerde zerſchmet⸗ tert haben. Einige glaubten, es haͤtte ſich leichter mit dem alten ranhen Ritter, als mit dem zierlich reden⸗ den jungen Herrn abrechnen laſſen— aber davon nach⸗ her ein Weiteres.
Dougal Mac Callum, der arme Burſche, weinte und ſchluchzte nicht, ſondern ſchlich, einer Leiche aͤhnlich, im Haus umher und machte, wie es ſeine Pflicht ge⸗ bot, Vorbereitungen zu dem großen Leichenbegaͤngniß. Dougal ſah mit einbrechender Nacht immer ſchlimmer und bleicher aus, war der Letzte, der zu Bette ging, und der ſich in ſeine Kammer ſchlich, die in einem Thurme dem Zimmer gegenuͤber lag, das ſein Herr bei Lebzeiten bewohnte, und wo er nun im Todes⸗
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