33
ges Geſangbuch bezeichnete das Blatt, das den ruck⸗ ſtaͤndigen Zins des Ehrenmannes von Primroſe⸗Knowe enthielt. Sir Robert warf meinem Großvater einen Blick zu, als wolle er ihm das Herz im Luſen zer⸗ malmen. Ihr muͤßt wiſſen, daß er ſeine Braunen auf eine Art zuſammenrollte, daß man deutlich das Zeichen eines Hufeiſens auf ſeiner Stirn erblickte, tief einge⸗ praͤgt, als waͤre es hineingeſtempelt.
„„Kommſt Du mit leeren Haͤnden, nichtswuͤrdiger Pfeifer?“ ſagte Sir Robert.„Alle Teufel, wenn Du—
Mein Großvater nahm eine ſo heitere Miene an, als es ihm moͤglich war, machte eine Verbeugung, und warf den Geldſack auf den Diſch, wie ein Mann, der etwas Freudiges thut. Der Laird zog ihn haſtig zu ſich:„Iſt alles darin, Steenie?“
„Ew. Gnaden werden alles in Ordnung finden,“ ſagte mein Großater.
„Dougal,“ ſagie der Laird,„nimm den Steenie mit hinab und gib ihm ein Glas Branntwein, un⸗ terdeſſen will ich das Geld zaͤhlen und die Quittung ſchreiben.”“
Kaum aber hatten ſie das Zimmer verlaſſen, als Sir Robert ein gellendes Geſchrei ausſtieß, das die Felſen des Schloſſes erzittern machte. Dougal lief zu⸗ ruͤck— die Bedienten ſuͤrzten hinein— ein kreiſchen⸗ des Geſchrei nach dem andern ſtieß der Laird aus, immer entſetzlicher und furchtbarer. Mein Grehvater wußte nicht, ob er gehn oder bleiben ſollte, doch wagte er ſich wieder in das Wohnzimmer— da war ein furchtbarer Lumult, niemand ſagte geh' oder bleib. Entſetzlich brüllte der Laird nach kaltem Waſſer fuͤr ſeine Fuͤſſe, und nach Wein um ſeine Gurgel zu loͤ⸗ ſchen, und Hoͤlle, Böſte, Hoͤlle, und ihre Flammen! waren die einzigen Worte, die er hervorbringen konnte⸗ Sie brachten ihm Waſſer, als er aber ſeine geſchwol⸗ lenen Fuͤße in den Zuber ſtellte, ſo ſchrie er, es bren⸗ ne; ja man ſagt, daß es ſiedend und ſchaͤumend ge⸗
W. Scott's Werke XVI. 3


