Teil eines Werkes 
16. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 2. Bändchen (1826)
Entstehung
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19 daß ich glaubte, es muͤßte Crowdero ſelbſt vor Neid und Bewunderung in eine Marmorſaͤule verwandelt haben. Ich ging von einer Scalg zur andern üͤber, ließ meine Finger von einer Saite zur anderen fliegen, ſpielte Ar⸗ peggio's und Harmonica⸗Toͤne, ohne jedoch die Be⸗ wunderung zu erregen, die ich erwartet hatte.

Willie hoͤrte mir wirklich mit geſpannter Aufmerk⸗ ſamkeit zu; aber kaum hatte ich geendigt, als er augen⸗ blicklich auf ſeinem eignen Inſtrumente die phantaſtiſche Verbindung von Toͤnen, die ich hervorgebracht hatte, nachahmte, und eine ſo laͤcherliche Parodie meines Spiels machte, daß ich, wenn es mich gleich ein wenig verdroß, doch ſelbſt in ein herzliches Gelaͤchter ausbrach, in welches Benjie einſtimmte, den ſeine Ehrfurcht vor mir durchaus nicht daran verhinderte; waͤhrend das arme Frauenzimmer, welches wahrſcheinlich fuͤrchtete, ich moͤchte dieſe Familiaritaͤt uͤbel nehmen, zwiſchen ihrer ehelichen Ehrfurcht vor ihrem Willie und dem Wunſch, ihm einen zurechtweiſenden Wink zu geben, zu ſchwanken ſchien.

Endlich hoͤrte der alte Mann von ſelbſt auf, als haͤtte er mich jetzt durch ſeine Nachahmung genuͤglich zurecht gewieſen; und ſagte: rotz dem allen koͤnnt Ihr mit ein wenig Uebung und guter Anleitung recht gut ſpielen lernen. Aber Ihr müßt lernen, mit Herz zu ſpie⸗ len, Freund Herz hinein zu legen.

Ich ſpielte eine Arie im einfacheren Geſchmack und

erhielt nun entſchiedeneren Beifall. Das iſt ſchon etwas, Freund, wahrhaftig Ihr ſeyd ein gewandter Burſche! Die Frau zupfteſihn wieder am Rock.Der Herr iſt ein Gentleman, Wil⸗ ie, Du mußt nicht ſo mit ihm ſprechen, Schaͤtz⸗

Den Deufel muß ich!ſagte Willie, warum darf ich nicht? Und waͤre er auch zehn Mal adlich, ſo kann er doch den Bogen nicht ſo fuͤhren wie ich; kann Er es wohl?

Nein gewiß kann ich es nicht, mein ehrlicher

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