Teil eines Werkes 
15. Band, Redgauntlet : eine Erzählung aus dem 18. Jahrhundert : 1. Bändchen (1826)
Entstehung
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56 ſwaͤt, noch heute Nacht Vownehs zu erreichen— die

Fluth wird ſogleich eintreten.“

Ich wandte den Kopf und ſah ihn an ohne zu ant⸗

worten, denn ſein ploͤtzliches Erſcheinen(beſſer geſagt, fein unerwartetes Herannahen) im wachſenden Schat⸗

ten und im daͤmmerenden Lichte, hatte für mich etwas Wildes und Schauerliches.

„Seyd Ihr taub“ ſchrie er,„oder toll?— oder habt Ihr Luſt nach der kuͤnſtigen Welt 2

„Ich bin ein Fremder, autwortete ich, und wollte nur dem Fiſchfange zuſehen— Ich will eben nach dem Orte zuruͤckgehn woher ich kam. 1

„So eilt Euch denn ſo ſehr Ihr koͤnnt!“ ſagte er.

„Wer am Uſer des Solway's traͤumt, kann in der andern Welt erwachen. Der Himmel droht mit ei⸗

nem Sturme, der in einem Augenblick die Wellen

drei Fuß hoch treiben wird.“

Indem er es ſagte, wandte er ſein Pferd und ritt davon, waͤhrend ich, beunrnhigt uͤber das was ich ge⸗ hoͤrt hatte, ſchnell dem ſchottiſchen Uſer zueilte; denn die Fluth nimmt auf dieſem verzweifelten Sande ſo reißend zu, das ſelbſt wohlberittene Reiter alle Hoff⸗ nung auf Rettung anfgeben, wenn ſie, ſelbſt ſchon eine Strecke vom Ufer eutfernt, von Weitem die weiße Brandung ſich nahen ſehen.

Meine Angſt ſtieg in jedem Augeunblick, und ſtatt vorſichtig zu gehen, ſieng ich an ſo ſchnell als möglich zu laufen; ich kuͤhlte, oder glaubte doch wenigſtens zu