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terteſt, und ſo muß ich nothwendiger Weiſe die me⸗ lancholiſchen Ausdruͤcke deines Lebewohls erklaͤren.
Aber warum muß es denn ſo ſeyn, Alan? warum um alle Welt kannſt Du mir in dieſem Augenblick in eben dieſer behaglichen*) Herberge zum Ritter St. Georg nicht gerade gegenuͤber ſitzen, die Fuͤße an der Kaminthuͤre, in Gedanken vertieft, indem Du deine juriſtiſchen Augenbraunen wie eine Paͤonie zuſammen⸗ ziehſt? Warum kann ich endlich, wenn ich dieſes Glas mit Wein fuͤlle, es nicht gegen das deinige anſtoßen und ſagen:„Fairford, ich trinke Dir vor!“ Warum kann das Alles nur darum nicht ſeyn, weil Alan Fairford nicht den wahren Freundſchaftsſinn gegen Darſie Latimer hegt, und meine Boͤrſe nicht wie meine Empfindungen theilen will?
Ich ſtehe allein da in der Welt; mein einziger Verſorger ſchreibt mir von einem großen Vermoͤgen, welches mir eingehaͤndigt werden ſoll, wenn ich das 25ſte Jahr voͤllig erreicht habe; mein gegenwaͤrtiges Einkommen iſt, Du weißt es wohl, mehr als hinrei⸗ chend faͤr alle meine Beduͤrfuiſſe; und dennoch beraubſt Du, Verrather an der Sache der Freundſchaft, mich
*) Das Wort comfortable gebraucht der Engländer ſehr oft von einem Zuſtande behaglicher Bequemlichkeit, die er über Alles liebt. Sollte dem geehrten Leſer allenſalls der
genau den Sinn des Wortes. Anmerkung des Reberſetzers,
Studentenausdruck: pomadig bekannt ſeyn, ſo kennt er


