Teil eines Werkes 
4. Theil (1823)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

43 ſinnige fiel ploͤtzlich auf ihre Kniee, und ſprach mit dem Benehmen eines ſechsjaͤhrigen Kindes: Muͤtterchen, laßt mich beten, ehe ich zu Bette gehe, und ſprecht: Gott ſegne dein liebes Geſicht⸗ chen! wie Ihr's vor alten Zeiten thatet.

Der Teufel zieh ihm die Haut ab, und mache ſich Schuhſohlen daraus! ſprach die Alte, und wollte, zur Antwort auf das fromme Geſuch, der Bittenden einen Fauſtſchlag geben.

Sie traf nicht, da Grete, die wahrſcheinlich aus Erfahrung wußte, wie die alte ihre muͤtter⸗ lichen Segnungen austheilte, mit großer Behen⸗ digkeit und Schnelligkeit dem aushohlenden Arme auswich. Die Hexe ſprang auf, ergriff eine alte Feuerzange, und wuͤrde ihrer Tochter, oder Johanna den Schaͤdel zerſchlagen haben— es ſchien ihr wenig daran zu liegen, wem— wenn nicht Franz Levirt noch einmahl ihren Arm veſt gehalten haͤtte.„Wie! Mutter Hoͤllenbrand! rief er, ſie bei der Schulter faſſend und heftig von ſich ſchleudernd: ſchon wieder und in meiner oberherrlichen Gegenwart? Hoͤre, Grete, geh' in deine Hoͤhle mit deiner Spielkameradinn, ſonſt bezahlt der Teufel hier, und wir haben nichts, ihn zu bezahlen.