38 als dieſe wohlwollende Taͤuſchung nicht laͤnger noͤthig zu ſein ſchien.
Endlich waren dieſe Augenblicke des Zwangs voruͤber. Der dumpfe Glockenſchlag der Aegi⸗ diuskirche verkuͤndigte die naͤchſte Stunde vor dem Verhoͤre. Johanna ſtand auf, und mit ei⸗ ner Faſſung, die ſie ſich ſelber nicht erklaren konnte, nahm ſie ihren Mantel und machte die uͤbrigen Vorbereitungen zu einer weiten Wande⸗ rung. Die Standhaftigkeit in ihrem Beneh⸗ men war ſeltſam abſtechend gegen das Schwan⸗ ken und die grauſame Unſchluͤſſigkeit, die alle Bewegungen ihres Vaters verriethen, und wer Beide nicht gekannt haͤtte, wuͤrde kaum vermu⸗ thet haben, daß Johanna im gewoͤhnlichen Le⸗ ben ein folgſames, ſtilles, ſanftes, ja ſchuͤchter⸗ nes Landmaͤdchen war, waͤhrend ihr Vater, bei einem von Natur ſtolzen und kraͤftigen Gemuͤ⸗ the, und durch ernſte, ſtrenge und unbeugſame Glaubensmeinungen unterſtuͤtzt, zu ſeiner Zeit die haͤrteſten Beſchwerden und die drohendſten Gefahren mannhaft beſtanden, ohne ſeinen Muth beugen, oder ſeine Beſtaͤndigkeit erſchuͤt⸗ tern zu laſſen. Das Geheimniß dieſer Verſchie⸗ denheit lag darin, daß Johanna ſich das Betra⸗
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