Teil eines Werkes 
3. Theil (1823)
Entstehung
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auslegte und anwandte, nicht zu mildern ver⸗ mochten.

Meine Tochter, ſprach David, es iſt immer meine Meinung geweſen, daß in Dingen von zweifelhafter, oder ſtreitiger Beſchaffenheit ein jeglicher Chriſt ſich allein von ſeinem Gewiſſen muß leiten laſſen. Darum gehe in Dich ſelbſt, pruͤfe dein eigenes Gemuͤth bei gehoͤriger Seelen⸗ arbeit, und wenn es Dir endlich klar geworden, wie Du in dieſer Sache zu handeln haſt, ſo ge⸗ ſchehe es alſo.

Aber mein Vater, ſprach Johanna, deren Gemuͤth die Auslegung empoͤrte, die ſie ſeinen Worten geben mußte: kann dieß dieß ein

zweifelhafter, oder ſtreitiger Fall ſein? Bedenket,

Vater, das neunte Gebot: Du ſollſt kein fal⸗ ſches Zeugniß reden wider deinen Naͤchſten. David Deans ſchwieg einige Augenblicke, denn da er ihre Worte noch immer auf ſeine vor⸗ gefaßten Bedenklichkeiten bezog, ſo kam es ihm vor, als ob ſie, Weib und Schweſter, kaum berechtigt waͤre, bei dieſer Gelegenheit bedenklich zu ſein, wo er, ein Mann, der in bedraͤngten Zeiten Zeugniß gegeben, ſie mittelbar aufgemun⸗ tert hatte, dem Ausſpruche zu folgen, der aus